Berlin Linksextreme bekennen sich zu Anschlag auf Bahnstrecke

Das Feuer an einer Berliner Bahnstrecke war ein politisch motivierter Brandanschlag. Aus der linksextremistischen Szene gibt es ein Bekennerschreiben mit Bezug zum 1. Mai. Der Brand legt den Zugverkehr nach Potsdam noch immer lahm.
Brandstelle im Berliner Westen: Bekennerschreiben nach Anschlag

Brandstelle im Berliner Westen: Bekennerschreiben nach Anschlag

Foto: Stephanie Pilick/ dpa

Berlin - Das Feuer an einer Berliner Bahnstrecke am Donnerstagmorgen hat sich als politisch motivierter Brandanschlag herausgestellt. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Es gebe ein Bekennerschreiben mit Bezug zum 1. Mai. Noch seien aber keine Verdächtigen bekannt, so der Sprecher. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Der Brand legte den Zugverkehr zwischen Berlin und Potsdam lahm. Die Täter zündeten am frühen Morgen einen Kabelschacht an einer Bahnstrecke an, zwischen den Stationen Grunewald und Wannsee.

Nach Angaben der Polizei bemerkte ein Autofahrer auf der Stadtautobahn Avus gegen 3 Uhr morgens das Feuer an den Bahngleisen und alarmierte die Feuerwehr, die den Brand an dem Kabelschacht löschte.

Der Verkehr mit Regionalzügen und S-Bahnen war unterbrochen. Fernzüge fahren auf dieser Strecke nicht. Die Bahn wollte den Schaden bis zum frühen Abend reparieren, sagte ein Sprecher. Bis dahin setzte sie ersatzweise Busse ein.

Am Vormittag bekannte sich die Gruppe "Vulkan Grimsvötn" zu dem Anschlag. Die Selbstbezichtigung unter dem Titel "Vom Grollen der Vulkane in den Metropolen: 1. Mai verlängert" wurde auf einer linksextremistischen Internetseite veröffentlicht, wie bei vorangegangenen Anschlägen auf die Bahn auch.

Erst Ende Februar hatte ein Kabelbrand nach einem Anschlag in der Nähe des Bahnhofs Ostkreuz den S-Bahnverkehr in Berlin erheblich gestört.

In dem Brief schrieb die Gruppe auch: "Wir verlängern den 1. Mai. [...] und bringen die zerstörerische Normalität des Arbeits- und Ausbeutungsalltages für eine kurze Zeit ins Stocken." Sie behaupten auch, dass sie Leitungen der Telekommunikation "stillgelegt" hätten. Welche Unternehmen eventuell betroffen sein könnten, ist bislang unklar.

fab/AFP/dpa
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