Linkspartei Ramelow will nun doch Regierungschef in Thüringen werden

Bodo Ramelow rückt von seiner Zusage an die SPD ab: Der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen will bei einer Koalition mit den Sozialdemokraten nun doch darauf bestehen, Ministerpräsident zu werden.


Ramelow: Er will die Macht in Thüringen
DDP

Ramelow: Er will die Macht in Thüringen

Leipzig - Ramelow hat es sich anders überlegt: In einem Interview der "Leipziger Volkszeitung" rückte der Linken-Spitzenkandidat von der Abmachung ab, die Position des Regierungschefs dem SPD-Landesvorsitzenden Christoph Matschie selbst dann zu überlassen, wenn die Linke bei der Wahl besser abschneidet als die SPD.

"Die Koalitionsverhandlungen wird der Stärkere bestimmen - die Linkspartei oder die SPD", wird Ramelow zitiert. Wer die meisten Stimmen mitbringe, habe auch den Anspruch, die Richtlinien der Politik zu bestimmen. Nach Umfragen sei die Linke in Thüringen deutlich stärker als die SPD. "Einen Politikwechsel wird es nur geben, wenn die Linke die Gestaltungskompetenz hat und den Ministerpräsidenten stellt", sagte Ramelow.

Er hielt Matschie vor, sich nicht cleverer zu verhalten als die hessische SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti, wenn er eine rot-rote Koalition mit einem Ministerpräsidenten der Linkspartei kategorisch ausschließe. "Christoph Matschie sitzt in der selbstgebauten Ypsilanti-Falle: Er will Bodo Ramelow nicht zum Ministerpräsidenten wählen, egal was passiert", sagte er. Deshalb müsse die SPD klarstellen, ob sie einen Politikwechsel oder Juniorpartner der CDU sein wolle.

als/AP

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