Missbrauchsprozess Staatsanwaltschaft fordert knapp fünf Jahre Haft für Ex-Politiker Förster

Im Missbrauchsprozess gegen den Ex-SPD-Abgeordneten Linus Förster hat die Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Haftstrafe gefordert. Das Geständnis Försters wirke strafmildernd, er habe Vorwürfe aber auch schöngeredet.

Linus Förster, Ex-SPD-Abgeordneter im Bayerischen Landtag (Archivbild)
DPA

Linus Förster, Ex-SPD-Abgeordneter im Bayerischen Landtag (Archivbild)


Wegen Missbrauchs von zwei Frauen und heimlichen Sex-Aufnahmen hat die Augsburger Staatsanwaltschaft für den früheren SPD-Landtagsabgeordneten Linus Förster eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und neun Monaten gefordert.

Sein Verteidiger Walter Rubach verlangte hingegen eine deutlich mildere Strafe von maximal zwei bis drei Jahren Haft. Die Strafkammer will das Urteil an diesem Freitag verkünden.

Die Staatsanwältin warf dem 52 Jahre alten Förster vor, zwei schlafende Frauen sexuell missbraucht zu haben. In weiteren Fällen habe Förster den Sex mit Freundinnen und einer Prostituierten illegal gefilmt und Kinderpornos auf seinen Computern abgespeichert.

Die Anklägerin wertete das Geständnis Försters und seine Schmerzensgeldzahlungen an die Opfer als strafmildernd. Allerdings warf sie Förster auch vor, einige Vorwürfe schöngeredet zu haben. Zudem habe er die Folgen für eines der Opfer beschönigt.

Rubach verwies auf die hohen Zahlungen an die Frauen im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs. Der Angeklagte hatte insgesamt mehr als 30 000 Euro bezahlt, eine Frau lehnte Schmerzensgeld ab. Förster selbst erklärte, dass es ihm leid tue, was er den Frauen angetan habe. "Ich war in Behandlung, aber es war wohl zu spät", sagte er im Hinblick auf seine psychischen Probleme.

Förster sitzt wegen der Vorwürfe seit Dezember in Untersuchungshaft. Nach Bekanntwerden der Ermittlungen hatte er Ende 2016 sein Landtagsmandat niedergelegt und war aus der SPD ausgetreten.

cht/dpa



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