Literatur-Ehrung Gregor Gysi freut sich über Nobelpreis für Tante Doris

Ein Berliner Politiker hat sich ganz besonders über die Vergabe des diesjährigen Literaturnobelpreise gefreut: Gregor Gysi. Die Britin Doris Lessing ist eine angeheiratete Tante des Links-Fraktionschefs.


Berlin - Die diesjährige britische Nobelpreisträgerin für Literatur, Doris Lessing, hat prominente verwandtschaftliche Beziehungen in die deutsche Hauptsstadt. Sie ist eine angeheiratete Tante des Berliner Linkspartei-Politikers Gregor Gysi. Gysis Mutter Irene war die Schwester von Doris Lessings zweitem Ehemann, dem jüdischen Emigranten Gottfried Lessing, den die Schriftstellerin 1945 geheiratet hatte.

Gregor Gysi: Stolz auf die prominente Tante
REUTERS

Gregor Gysi: Stolz auf die prominente Tante

"Ich bin sehr stolz auf sie", sagte Gysi heute in Berlin. Er freue sich wahnsinnig für sie. Sie sei eine von elf Frauen in den vergangenen 100 Jahren, die diese Auszeichnung erhalten hätten.

Gysi berichtete, dass er versucht habe, seine Tante in London anzurufen. Er habe sie jedoch nicht erreicht. Der Politiker hatte seine Verwandte erst in der vergangenen Woche in Hamburg getroffen, wo sie aus ihren Werken gelesen hatte. Er habe alle ihre Bücher gelesen, erst aus Pflichtgefühl, später mit viel Spaß, verriet Gysi.

Am Nachmittag wollte Gysi im Bundestag ein kurzes Statement zur Ehrung Lessings abgeben.

Heute hatte die Schwedische Akademie in Stockholm mitgeteilt, dass Lessing der Literaturnobelpreis zuerkannt wird. Lessing sei die "Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen" habe, hieß es zur Begründung.

phw/ddp/dpa



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