Nach umstrittenem Waffenkauf Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier tritt zurück

Lorenz Caffier gibt sein Amt ab. Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern hatte im Umfeld einer rechtsextremen Gruppe eine Waffe gekauft. Er habe im Umgang mit der Affäre Fehler gemacht, räumt der CDU-Politiker ein.
Lorenz Caffier

Lorenz Caffier

Foto: Christian Thiel / imago images

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) muss sich einen neuen Innenminister suchen. Lorenz Caffier tritt zurück. Der CDU-Politiker zieht damit die Konsequenzen aus dem Kauf einer Waffe bei einem Händler aus dem Umfeld der rechtsextremen Gruppe »Nordkreuz«.

»Ich muss erkennen, dass ich in dieser Situation nicht mehr die nötige Autorität besitze, um das Amt des Innenministers mit ganzer Kraft bis zum September 2021 ausüben zu können«, heißt es in einer Erklärung Caffiers , die am Nachmittag veröffentlicht wurde. »Ich trete daher als Minister für Inneres und Europa mit Ablauf des heutigen Tages zurück.«

»Nicht der Erwerb war ein Fehler, sondern mein Umgang damit«

Vergangene Woche hatte der Innenminister zunächst noch ausweichend auf eine Frage einer Journalistin geantwortet, ob er privat als Jäger eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung gekauft oder bei diesem ein Schießtraining absolviert habe. Am Freitag hatte Caffier den Kauf im SPIEGEL-Interview eingeräumt .

Caffier hatte 2018 eine Glock beim Sportschützen Frank T. erworben. Zu dem Zeitpunkt trainierten auf dessen Schießanlage schon seit gut zwei Jahren Mitglieder der rechtsextremen Gruppe »Nordkreuz«. Beim Kauf der Waffe habe er nichts über mögliche Kontakte des Mannes zu Rechtsextremisten vermutet, hatte Caffier vergangene Woche gesagt.

»Ich habe eine Waffe bei jemandem erworben, bei dem ich sie aus der heutigen Sicht nicht hätte erwerben dürfen. Aber: Nicht der Erwerb war ein Fehler, sondern mein Umgang damit. Dafür entschuldige ich mich«, heißt es nun Caffiers Erklärung.

Es verletze ihn zutiefst und sei eine extrem große Belastung, »dass in der Berichterstattung irgendeine Nähe zu rechten Kreisen suggeriert wird«. Caffier wies diesen Vorwurf erneut zurück, er sei »schlicht absurd«.

Caffier stellte den Rücktritt als Schritt dar, um seine Familie, sein Umfeld und seine Mitarbeiter zu schützen. »Die letzten Tage waren für alle eine unerträgliche Belastung und ich kann es vor mir nicht verantworten, die Menschen, die sehr viel für mich geopfert haben, weiterhin dieser Belastung auszusetzen.« Er wolle Schaden von der Regierung, von der Koalition und letztlich damit auch vom Land abwenden.

Mehrmals in der Erklärung kritisiert Caffier die Berichterstattung über den Fall. Diese sei »völlig enthemmt« gewesen. Das Mediengeschäft nannte er »erbarmungslos und leider allzu oft undifferenziert«.

Caffier war seit 2006 Innenminister. Seit 2011 war er zudem stellvertretender Ministerpräsident. Dem Landtag gehört er seit 1990 an. Sein Mandat als Abgeordneter wolle er weiter ausüben, heißt es in der Erklärung. Er werde es »auch in Zukunft ernst nehmen und mich für die Belange vor Ort einsetzen«. Caffier vertritt den Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte V im Parlament.

mrc/ulz
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