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Mordfall Walter Lübcke Hauptangeklagter will im Prozess nichts sagen

Der Rechtsextremist Stephan Ernst hat den Mord am CDU-Politiker Lübcke erst eingeräumt und dann bestritten. Sein Anwalt sagt dem SPIEGEL, wie sich der Mandant zum Prozessauftakt verhalten wird.
aus DER SPIEGEL 25/2020
CDU-Politiker Walter Lübcke: Auf der Terrasse erschossen

CDU-Politiker Walter Lübcke: Auf der Terrasse erschossen

Foto: Uwe Zucchi/ DPA

Im Prozess um den Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke will der Hauptangeklagte Stephan Ernst zunächst schweigen. "Der Mandant wird sich bis auf Weiteres nicht einlassen", sagte sein Verteidiger Mustafa Kaplan dem SPIEGEL.

Der Politiker war im Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses im hessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden. Neonazi Ernst hatte die Tat zunächst eingeräumt, sein Geständnis aber zurückgezogen.

Den tödlichen Schuss habe sein Bekannter Markus H. abgegeben, der eine Beteiligung an der Tat bestreitet. Der Prozess gegen die beiden Männer beginnt am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

DNA-Spuren an der Tatwaffe

Verteidiger Kaplan sagte, er gehe davon aus, dass sein Mandant ein falsches Geständnis abgegeben hat. "Deshalb hat er es ja dann im Nachhinein widerrufen."

Der Generalbundesanwalt hält diesen Widerruf für wenig glaubwürdig. Er hat Ernst wegen Mordes angeklagt, Markus H. wegen Beihilfe zum Mord. An Lübckes Kleidung und der Mordwaffe fanden die Ermittler ausschließlich DNA-Spuren von Ernst, keine von H. 

Laut Anklage hassten die beiden Männer den Politiker für seine humane Haltung zu Flüchtlingen. Im Prozess treten Lübckes Witwe Irmgard Braun-Lübcke und die Söhne Christoph und Jan-Hendrik als Nebenkläger auf. Die Familie teilte mit, sie werde zum Auftakt im Gerichtssaal sein.

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