Ursache für verlorene Tornado-Tanks Fluglehrer drückte falschen Knopf

Warum hat ein Kampfjet der Bundeswehr bei einem Übungsflug in Schleswig-Holstein zwei Treibstofftanks verloren? Die Untersuchung ergab jetzt: Es war menschliches Versagen.

Ein Fluglehrer und ein Flugschüler stehen auf dem Fliegerhorst Jagel, während ein Tornado zum Start rollt (Symbolbild)
Carsten Rehder/ DPA

Ein Fluglehrer und ein Flugschüler stehen auf dem Fliegerhorst Jagel, während ein Tornado zum Start rollt (Symbolbild)


Bei einem Übungsflug über Schleswig-Holstein warf ein Kampfjet der Bundeswehr zwei Zusatztanks ab. Eine Woche später steht fest: Technisches Versagen könne in dem Fall ausgeschlossen werden, sagte Oberst Kristof Conrath, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 "Immelmann". Grund für den Zwischenfall sei menschliches Versagen.

Der zum Fliegerhorst Jagel in Schleswig-Holstein gehörende Tornado war vor einer Woche zu einem Übungsflug unterwegs, bei dem mit einem "simulierten Luftangriffsverfahren" trainiert werden sollte. Dabei geht es darum, einen Übungsangriff zu fliegen, um die technischen Abläufe durchzugehen.

Vorn saß ein Flugschüler, hinten der Pilot. Der Fluglehrer drückte den falschen Knopf und löste einen für den Notfall gedachten Abwurfmechanismus aus.

Beim Einschlag der Tanks auf einem Feldweg und in einem Feldstück bei Pansdorf im Kreis Ostholstein hatte es keine Verletzten gegeben. Die Zusatztanks waren beim Abflug mit je 1200 Kilogramm Treibstoff befüllt, zum Unfallzeitpunkt aber praktisch leer.

Die Untersuchung führte das Geschwader. Von dort wird nun ein Bericht an die Abteilung "General Flugsicherheit" weitergeleitet. Ein Vorschlag: Der Auslösemechanismus der Tanks soll künftig zusätzlich gesichert werden.

Nach ersten Erkenntnissen der Luftwaffe hat es in der Vergangenheit zwei vergleichbare Fälle gegeben: Einmal Anfang 2006, als ein Tornado bei einer Übung über internationalen Gewässern die Außentanks verlor. Ein weiteres Mal seien Tanks in Nordrhein-Westfalen abgeworfen worden.

Anmerkung: In einer früheren Version hieß es basierend auf einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa, der Flugschüler haben den Knopf gedrückt. Später korrigierte die Agentur, der Fehler war dem Fluglehrer passiert.

vks/dpa



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Seite 1
TS_Alien 26.09.2019
1.
Teile, die man nicht verlieren sollte, sind per simplen Knopfdruck verlierbar. Darauf muss man erst einmal kommen. Das müssen echte Fachleute bei der Bundeswehr sein. Was zwei Tanks wohl kosten? Vermutlich mehr als zwei Kleinwagen. Bei Kampfflugzeugen ist alles teuer. Im Ernstfall ist es natürlich sinnvoll, die Tanks nach ihrer Verwendung loszuwerden. Aber wieso sich der Knopf dafür nicht unter einer Abdeckung bzw. Klappe befindet, das können nur die Fachleute von der Bundeswehr mit ihrer geballten Kompetenz erklären.
rotegruetzetralala 26.09.2019
2. Ok
Das ist glimpflich gelaufen.
yebo 26.09.2019
3. Menschliches vs. "technisches" Versagen
Ist "technisches" Versagen kein menschliches Versagen? Wurde die Technik denn von Tieren oder Pflanzen oder Göttern konstruiert?
sikasuu 26.09.2019
4. Fehlbedienung! War auch die wahrscheinlichste Variante!
Das fehlerhafte Montage, oder einen "Fehlfunktion der Elektrik" die (beide) Tanks "abgeworfen" hat, war doch sehr unwahrscheinlich! . Ich hoffe, die "sehr geehrten Mitforisten" die bei der Nachricht "ziemlich laut" tönten, haben jetzt wenigstens so viel "Mut" sich dafür zu entschuldigen:-( . Hier: https://www.spiegel.de/forum/politik/bundeswehr-tornado-kampfjet-verliert-bei-uebungsflug-treibstofftanks-thread-957776-4.html#postbit_79292753
hman2 26.09.2019
5.
Zitat von yeboIst "technisches" Versagen kein menschliches Versagen? Wurde die Technik denn von Tieren oder Pflanzen oder Göttern konstruiert?
Der Unterschied ist der, dass die Technik nur in seltensten Ausnahmefällen von den Personen geflogen wird, die sie konstruiert haben...
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