Militärpläne Bundeswehr-Luftwaffenchef drängt auf bewaffnete Drohnen

Die Bundeswehr will bewaffnete Drohnen kaufen, denn in Afghanistan sind die ferngesteuerten Flugzeuge nur noch bis Oktober 2014 geliehen. Der neue Luftwaffeninspekteur Karl Müllner wies ethische Bedenken gegen eine solche Anschaffung zurück.
"Predator"-Drohne: Die Bundeswehr drängt zum Kauf

"Predator"-Drohne: Die Bundeswehr drängt zum Kauf

Foto: USAF

Berlin - Drei israelische Aufklärungsdrohnen vom Typ "Heron 1" hat die Bundeswehr für ihre Afghanistan-Mission bis Oktober 2014 gemietet. Jetzt hat der neue Luftwaffeninspekteur Karl Müllner noch einmal für einen Kauf bewaffneter Drohnen plädiert.

Müllner befürwortete den Kauf der von den US-Streitkräften seit 1995 eingesetzten "Predator"-Drohne. Die Einsätze der ferngesteuerten Kampfjets der USA gegen Aufständische in Pakistan sind jedoch völkerrechtlich umstritten: In den vergangenen Jahren sollen hunderte unbeteiligte Zivilisten dadurch ums Leben gekommen sein.

Doch Bedenken gegen einen Einsatz der unbemannten Flugzeuge könne man mit strikten Einsatzregeln entgegentreten, sagte der Generalleutnant. "Es gibt keinen Fall, wo wir uns nicht an die Regeln gehalten haben, die uns vorgegeben wurden."

Auch Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte vor wenigen Wochen erst im Gegensatz zur Opposition keine Bedenken gegen den Einsatz von bewaffneten Drohnen geäußert. Die ferngesteuerten Flieger seien zielgenauer als herkömmliche Waffensysteme und richteten deshalb weniger Schäden an. "Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu betrachten."

Müllner geht als Begründung für die Anschaffung von Drohnen davon aus, dass der Luftwaffe bei künftigen Auslandseinsätzen der Bundeswehr grundsätzlich größere Bedeutung zukommen wird. Einsätze mit Bodentruppen wie in Afghanistan oder auf dem Balkan hätten sich als "nicht sehr effizient" erwiesen, sagte er. "Der Aufwand, den wir betreiben müssen, und das Ergebnis, das wir sehen, stehen in keinem Verhältnis", sagte er.

Einsatzszenarien wie in Libyen seien deshalb in Zukunft wahrscheinlicher. "Vom Muster her wird man, wenn man die Möglichkeit hat, eher dazu tendieren", sagte Müllner. Die Nato hatte mit Luftschlägen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi maßgeblich zu einem Umsturz in dem nordafrikanischen Land beigetragen. Deutschland beteiligte sich allerdings nicht an dem Einsatz.

als/dpa/dapd