Lutz Bachmann in Dresden Pegida will Bürgermeisteramt

Bei der Bürgermeisterwahl in Dresden soll auch ein Pegida-Anhänger antreten, verkündete Lutz Bachmann bei einer Kundgebung. Er selbst wird es aber wohl nicht sein.

Lutz Bachmann, Gründer der Pegida-Bewegung: "Worte, die jeder mal benutzt"
DPA

Lutz Bachmann, Gründer der Pegida-Bewegung: "Worte, die jeder mal benutzt"


Pegida-Anhänger wollen in Dresden zur Oberbürgermeisterwahl am 7. Juni antreten. Das gab Gründer Lutz Bachmann bei einer Kundgebung der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" bekannt. Bachmann sprach von drei möglichen Kandidaten. Pegida werde zeitnah einen Bewerber vorstellen.

Dass Bachmann selbst bei der Abstimmung als Kandidat antreten will, gilt dem Vernehmen nach als unwahrscheinlich. Der 42-Jährige ist vorbestraft. Nach ausländerfeindlichen Äußerungen war er als Pegida-Vereinschef zurückgetreten, die Bewegung hatte sich Ende Januar gespalten.

Doch in der vergangenen Woche kehrte Bachmann als Cheforganisator der wöchentlichen Kundgebungen zurück. Er erklärte, er glaube, dass die Ermittlungen gegen ihn ins Leere laufen werden: "Ich habe Wörter benutzt, die jeder mal benutzt am Stammtisch."

Die jetzige Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder an, sie legt Ende Februar ihr Amt nieder. Für die Christdemokraten kandidiert der amtierende sächsische Innenminister Markus Ulbig. Er hatte sich mit Vertretern der damaligen Pegida-Führung im Januar getroffen und war dafür kritisiert worden.

Am Wochenende hatten Pegida und Legida zehn sogenannte gemeinsame Thesen veröffentlicht, sie sollen nach eigenen Angaben die "Sorgen und Nöte" der Menschen zum Ausdruck bringen. Sie sollten an öffentliche Gebäude in Dresden, Leipzig und Chemnitz angeschlagen werden. Bachmann ließ bereits ein Video veröffentlichen, in dem zu sehen ist, wie er das Papier an die Tür der Dresdner Kreuzkirche heftet. Gefordert wird unter anderem eine sofortige Abschiebung abgelehnter Asylbewerber.

isa/heb/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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wokram 16.02.2015
1. Pegida- Anhänger mit OB-Kandidat
Dresden bleibt auch gar nichts erspart. Die Fremdenfeinde greifen nach dem OB - Stuhl. Ich hoffe, die Elbflorenzer lassen es nichts so weit kommen.
821943 17.02.2015
2.
Dieser Mann ist so unglaublich unverschämt, die Dresdner Kreuzkirche dafür zu missbrauchen, seine menschenverachtenden Thesen an die Kirchentür zu heften. Und dann ist er so dreist zu behaupten, seine unglaublich hetzerischen verbalen Ausfälle seien nun mal in der Form an jedem Stammtisch zu hören. Ich weiß nicht, an welchen Stammtischen dieser Mann verkehrt, aber ich kenne niemanden, der (und wenn er noch so betrunken ist), sich dermaßen dämlich äußern würde.
Hochbeet 17.02.2015
3. Gute Nacht,
Dresden... Internationale Investoren und Touristen und Studenten werden wegbleiben, wenn ihr einen Pegidasten zum Bürgermeister macht. Dann seid ihr wirklich unter euch.
alsterdorfkater 17.02.2015
4. Mit Verlaub.
Herr Bachmann ist nur ein Mensch der unbedingt in die Medien will, weil er nichts Anständiges gelernt hat. Mehr nicht.
ludipower 17.02.2015
5. Schon wieder...
bekommt dieser Mann und seine Organisation viel zu viel mediale Aufmerksamkeit. Außerhalb von Sachsen interessiert sich keiner dafür.
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