Machtkampf unter Genossen Reformerflügel will Bartsch zum Linken-Chef machen

Die Partei in der Krise, die Vorsitzenden Lötzsch und Ernst unter Dauerbeschuss - die Reformer in der Linken wollen der Selbstzerfleischung nicht länger zusehen. Ihr Plan: Fraktionsvize Bartsch soll sich um den Vorsitz bewerben und die Linke aus der Misere führen.

Fraktionsvize Bartsch: "Er will"
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Fraktionsvize Bartsch: "Er will"


Berlin - Angesichts der anhaltenden Krise in der Linkspartei drängt der Reformerflügel nach einem Zeitungsbericht den stellvertretenden Fraktionschef Dietmar Bartsch, für den Parteivorsitz zu kandidieren. Er solle seine Kandidatur nach der Berlin-Wahl am 18. September oder spätestens nach dem Programmparteitag im Oktober anmelden, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Ein Bundestagsabgeordneter vom Reformerflügel sagte dem Blatt: "Dietmar Bartsch will."

Bartsch selbst wollte eine mögliche Kandidatur am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa weder bestätigen noch dementieren. Er sagte nur: "Das ist eine Diskussion zur Unzeit. Wir haben Wahlkämpfe zu bestreiten."

Die derzeitigen Linke-Parteichefs Klaus Ernst und Gesine Lötzsch sind bis Frühjahr nächsten Jahres gewählt. Beide hatten aber wiederholt Kritik auch aus den eigenen Reihen geerntet - zuletzt wegen eines Glückwunschschreibens an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro zu dessen 85. Geburtstag. Darin würdigte das Führungsduo unter anderem das "kampferfüllte Leben" Castros. Ernst erklärte später, es sei ein Fehler passiert. Der Brief sei weder von ihm noch von Lötzsch verfasst oder autorisiert worden. Stattdessen soll ein Mitarbeiter das Schreiben erarbeitet und ein Unterschriftautomaten abgezeichnet haben.

Der "Mitteldeutschen Zeitung" zufolge gilt Bartsch unter Parteireformern als der Einzige, der die Partei aus ihrer Misere führen kann. Er soll Unterstützung in allen ostdeutschen Landesverbänden, aber auch in Bremen und Schleswig-Holstein haben - und zwar nicht nur bei Reformern. Die Unterstützer drängten ihn auch, sich einer Mitgliederbefragung zu stellen, hieß es.

Vom Amt des Bundesgeschäftsführers hatte sich Bartsch im Frühjahr 2010 zurückgezogen, nachdem er sich mit Fraktionschef Gregor Gysi überworfen hatte, der ihm Indiskretionen gegen den damaligen Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine anlastete.

phw/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
redkiller 02.09.2011
1. MEdien nennen Alt-SED-Ler Reformer , das nenne ich Manipulation
Zitat von sysopDie Partei in der Krise, die Vorsitzenden Lötzsch und Ernst unter Dauerbeschuss - die Reformer in der Linken wollen der Selbstzerfleischung nicht länger zusehen. Ihr Plan: Fraktionsvize Bartsch soll sich um den Vorsitz bewerben und die Linke aus der Misere führen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,784081,00.html
Nennt sich der Alt-SED Kader nun Reformflügel und wird auch noch von den MEdien unterstützt. Klar ist wenn die zwei amtierenden Vorsitzenden Scheitern, dann auch dank der Intrigen des Herrn Bartsch , der schon Lafonatine fertig gemacht hat mit Mediengerüchten über Sexuelle GEfälligkeit von Wagenknecht , gegen ein gesichertes Bundestagsmandat der NRW-Linken. Mit Bartsch kehrt die alte Stasi-Mannschaft zurück, welche die Westlinken nur als Feigenblatt für Akzeptanz im Westen missbrauchen wollten. Doch da jetzt im Westen Schluss mit Lustig ist, versucht die ALt- SED heute nennt sie sich die Linke , wieder an die gute alte zeit anzuknüpfen, wo die Arbeitnehmer drangsaliert wurden.
friedrich_eckard 02.09.2011
2.
Da war es ja wohl nichts mit Gabriels unmoralischem Angebot http://www.stern.de/politik/deutschland/gabriels-angebot-an-die-linkspartei-kommt-zu-uns-genossen-1688577.html ... selbstverständlich ist Dietmar Bartsch ein politisches Talent, dem CDU/CSU, S(eeheimer)PD und Mövenpickler nichts Vergleichbares entgegenzusetzen haben, wozu allerdings derzeit auch nicht allzuviel gehört. Er kann sicherlich auch einen guten Parteivorsitzenden abgeben. Allerdings sollte die LINKE sich die Geschichte der GRÜNEN zur Warnung dienen lassen. Bartsch ist "Realo", und denen *allein* darf man eine Partei wie die LINKE nicht überlassen, sonst erkennt man sie irgendwann nicht wieder. Aber zusammen mit Sahra Wagenknecht etwa in der herausgehobenen Funktion einer "ersten stellvertretenden Vorsitzenden" und mit Oskar Lafontaine, der sich hoffentlich noch für eine weitere Wahlperiode Bundestag gewinnen lassen wird, wäre das schon ein *sehr* vorzeigbares Personalangebot. Wenn dann noch eine Besetzung mit mehr Aussenwirkung für das Amt des Generalsekretärs/Bundesgeschäftsführers gefunden wird, können die Wahlen kommen - denn den Rest werden ja doch die anstehende Rezession besorgen und die S(eeHeimer)PD durch die sich abzeichnende Fehlbesetzung des Kanzlerkandidatenpostens. Wenn man sich hier in benachbarten Diskussionssträngen umsieht kann es ja doch keinen Zweifel geben, dass etwa die Vergesellschaftung des Finanzsektors und andere zentrale Forderungen der LINKEN zu den entscheidenden Streitthemen des nächsten Wahlkampfs gehören werden.
lbm1958, 02.09.2011
3. SPD light
Zitat von sysopDie Partei in der Krise, die Vorsitzenden Lötzsch und Ernst unter Dauerbeschuss - die Reformer in der Linken wollen der Selbstzerfleischung nicht länger zusehen. Ihr Plan: Fraktionsvize Bartsch soll sich um den Vorsitz bewerben und die Linke aus der Misere führen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,784081,00.html
das Ende der Linken, der betet besser als Johannes Rau
prologo1, 02.09.2011
4. In Anbetracht der sozialen Ungerechtigkeiten, steigender Kinderarmut, Rentenarmut,...
.....ja, da hat die LINKE wohl genug Aufgaben, anstatt sich ständig in den eigenen Reihen zu zerfleischen! Wenn sich die LINKE nicht auf ihre politische Position besinnt, dann brauchen wir die LINKE genau so wenig, wie die FDP. Offensichtlich fehlt ein fähiger Kopf an der Spitze, so wie zur Zeit bei allen Parteien, und dann beginnt das unsortierte Chaos in der Basis zu brodeln. So wie bei Merkel, Westerwelle, Gabriel, Seehofer, schwimmen alle Parteien ohne Visionen zielllos und planlos in den Untergang.
friedrich_eckard 02.09.2011
5. kein Titel!
Zitat von lbm1958das Ende der Linken, der betet besser als Johannes Rau
Der praktizierende Protestant ist Bodo Ramelow und nicht Dietmar Bartsch!
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