Medienbericht Knapp 1600 Menschen ändern ihren Geschlechtseintrag

Rund 400 Menschen haben laut der »Welt« in Deutschland die Möglichkeit genutzt, ihr Geschlecht als divers einzutragen. An den Bedingungen für eine Änderung des Geschlechtseintrags gibt es Kritik.

Seit rund zwei Jahren gibt es im deutschen Personenstandsregister eine weitere Kategorie zur Angabe des eigenen Geschlechts. Während es zuvor nur die Optionen »männlich« und »weiblich« sowie das Offenlassen des Eintrags gab, steht dort seitdem auch »divers«. Diese Möglichkeit hätten bis zum 30. September 2020 jedoch lediglich 394 Menschen genutzt, berichtet die Tageszeitung »Welt«  unter Berufung auf eine Umfrage des Bundesinnenministeriums.

Zusätzlich seien 19 Neugeborene als divers registriert worden. Insgesamt hätten zudem rund 1600 Menschen ihren Geschlechtseintrag ändern lassen. Die Mehrheit, nämlich 1191 Menschen, ließen sich von männlich zu weiblich oder umgekehrt umschreiben.

Wer seinen Geschlechtseintrag ändern möchte, muss dem Gesetz zufolge eine entsprechende ärztliche Bescheinigung vorlegen. Aktivisten, aber auch die Grünen kritisieren das. Der Lesben- und Schwulenverband teilte dazu bereits im November 2018 mit: »Entwürdigende Begutachtungen und Pathologisierungen müssen abgeschafft werden.« Die Organisation fordert, Änderungen des Vornamens und des rechtlichen Geschlechts auf Antrag beim Standesamt zu ermöglichen – ohne ärztliche Bescheinigung.

Zudem würden nicht binäre Personen – also Menschen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlten – nicht mitgedacht. Die Kategorie divers beziehe sich nur auf intersexuelle Personen.

bbr/jpz/dpa
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