Mailänder Terrorgruppe Jahrelanger Unterschlupf in München?


München - Eine von Mailand aus operierende Terrorgruppe mit Verbindungen zu dem als Top-Terroristen gesuchten Osama bin Laden soll nach einem Bericht des ARD-Fernsehmagazins "Report aus München" über Jahre hinweg in München mehrere Wohnungen als Anlaufstellen genutzt haben. Danach war die Mailänder Terrorgruppe damit beauftragt, den Handel mit Waffen, Sprengstoff und chemischen Kampfstoffen zu betreiben, berichtet das Magazin unter Berufung auf die italienische Polizei. Zu den Mittelsmännern in Deutschland habe dabei auch Lased Ben Heni gehört. Der Libyer war erst vor zwei Wochen in München festgenommen worden und wartet derzeit auf die Auslieferung an die italienische Justiz.

Als Kopf der Mailänder Gruppe gilt dem "Report"-Bericht zu Folge Essid Sami Ben Khemais. Ihm wird unter anderem die Vorbereitung von Giftgasanschlägen zur Last gelegt. Außerdem soll er von Italien aus gefälschte Personaldokumente an Komplizen in München verschickt haben. Der später in Mailand inhaftierte Khemais war im Mai vergangenen Jahres von Rosenheimer Fahndern kontrolliert worden. Damals konnte er sich nur mit einem abgelaufenen tunesischen Pass und einer ebenfalls abgelaufenen italienischen Aufenthaltserlaubnis ausweisen, woraufhin er zur sofortigen Ausreise aufgefordert wurde, berichtet "Report".



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