Krieg in Mali Frankreich bittet Deutschland um Tankflugzeuge

Die Bundeswehr soll den französischen Einsatz in Mali stärker unterstützen als bisher: Die Regierung in Paris hat um Hilfe bei der Luftbetankung von Jets gebeten. Den Deutschen fehlt zwar das nötige technische System, das Verteidigungsministerium bemüht sich aber um eine Lösung.
Französischer Bomber über Mali: Luftbetankung erbeten

Französischer Bomber über Mali: Luftbetankung erbeten

Foto: AP/ ECPAD/ EMA

Berlin - Frankreich hat Deutschland um zusätzliche militärische Unterstützung für den Einsatz gegen islamistische Rebellen in Mali gebeten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte am Freitag, dass Paris "Luftbetankungskapazitäten" angefordert habe. Die Bundeswehr verfüge aber "über kein System, das für die Betankung französischer Flugzeuge zertifiziert ist". Trotzdem wolle man sich um eine Lösung bemühen.

Frankreich bestätigte Gespräche mit "einer bestimmten Zahl unserer Partner" über eine Verstärkung der logistischen Unterstützung. Aus dem Pariser Verteidigungsministerium hieß es, die Luftbetankung sei Teil der laufenden Gespräche insbesondere mit westlichen Partnern. "Es wurden Länder gefragt, von denen wir wissen, dass sie die Möglichkeiten haben", hieß es. "Die USA, aber auch Deutschland haben diese Möglichkeit."

Ob für einen eventuellen Einsatz von deutschen Luftbetankungseinheiten die Zustimmung des Bundestags nötig wäre, ist laut Bundesverteidigungsministerium noch offen. Ein Sprecher betonte, es sei stets die Haltung von Minister Thomas de Maizière (CDU) gewesen, das Parlament abstimmen zu lassen, "wenn die Einsatzschwelle überschritten wird".

Deutschland hat bislang zwei Transportflugzeuge zur Unterstützung der internationalen Militäraktion nach Mali geschickt - gleichzeitig aber den Transport von Waffen und Truppen in deutschen Flugzeugen ausgeschlossen. Frankreich hatte vor zwei Wochen militärisch in den Konflikt eingegriffen, um einen weiteren Vormarsch islamistischer Kämpfer in den Süden des Landes zu stoppen. Zudem sollen afrikanische Soldaten der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) demnächst eine neue Front gegen die Islamisten von Niger aus eröffnen.

Wichtige Brücke gesprengt

Aus Mali heißt es, dass die islamistischen Extremisten eine wichtige Brücke zerstört haben. Der Vorfall habe sich in der Stadt Tassiga in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Niger im Nordosten des Landes ereignet, teilte ein örtlicher Politiker am Freitag mit. Demnach wurde die Brücke am Donnerstagabend gesprengt. Es ist der erste Sprengstoffeinsatz im umkämpften Norden seit Beginn der von Frankreich angeführten Intervention.

Aus zahlreichen Städten Zentralmalis haben sich die Islamisten nach französischen Luftangriffen bereits zurückgezogen. Allerdings kontrollieren die Extremisten noch den Norden des Landes mit wichtigen Städten wie Gao, Kidal und Timbuktu.

ler/dpa/AFP/dapd
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