Mangelnde Gleichstellung Bundesministerien versagen bei Frauenförderung

Die Bundesregierung scheitert an ihren eigenen Zielen: Entgegen den Bekundungen, Frauen zu mehr Chancengleichheit im Beruf zu verhelfen, versagen gerade die Ministerien bei der Gleichstellung. Noch immer finden sich hier nach SPIEGEL-Informationen kaum Frauen in Führungspositionen.


Hamburg - Oben hui, unten pfui: Zwar werden immerhin sechs der 14 Häuser von Ministerinnen geleitet. Auf den Ebenen darunter allerdings ist die Frauenquote nach SPIEGEL-Informationen eklatant geringer.

Angela Merkel allein an der Front: In den Ministerien herrscht eklatanter Frauenmangel
Corbis

Angela Merkel allein an der Front: In den Ministerien herrscht eklatanter Frauenmangel

Eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Volker Wissing ergab: Unter den 25 beamteten Staatssekretären findet sich nur eine Frau, die im Bundesministerium für Bildung und Forschung arbeitende Cornelia Quennet-Thielen. Auch auf der wichtigen Ebene der Abteilungsleiter finden sich kaum Frauen. Von insgesamt 110 Posten sind nur 15 weiblich besetzt. An dieser ungleichen Verteilung hat sich in den letzten Jahren kaum was geändert, obgleich sich der Bund im Jahr 2001 im Bundesgleichstellungsgesetz zur Chancengleichheit verpflichtete.

Als besonders männlich dominiert erweisen sich die Ministerien für Landwirtschaft, Umwelt und Verkehr: Dort gibt es nicht eine einzige Abteilungsleiterin.

Noch im Januar hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Veranstaltung zum 90. Jubiläum des Frauenwahlrechts betont, sie wünsche sich mehr Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik. Dennoch scheint sie selbst keine Vorreiterin dieser Idee zu sein: Die sechs Abteilungen ihres Kanzleramts werden von Männern geleitet.

ala



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