Bestechlichkeit und Untreue Bewährungsstrafe für Ex-Bürgermeister von Oppenheim

Als Bürgermeister von Oppenheim bezahlte Marcus Held ohne Wissen des Stadtrats Maklercourtagen mit städtischem Geld. Ein Gericht verhängte gegen den Ex-SPD-Bundestagsabgeordneten jetzt eine Bewährungsstrafe.
Ex-Bürgermeister Marcus Held (am Montag vor dem Landgericht Mainz)

Ex-Bürgermeister Marcus Held (am Montag vor dem Landgericht Mainz)

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Marcus Held ist der Bestechlichkeit und Untreue in mehreren Fällen befunden worden: Das Landgericht Mainz unter Vorsitz von Richter Wolfgang Eckert hat den früheren Bürgermeister der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Oppenheim am Montag zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten beantragt, die Verteidigung einen Freispruch.

Held war angeklagt, die Stadtkasse bei der Zahlung von nicht erforderlichen Maklergebühren um 205.000 Euro geschädigt zu haben. Mit dem Makler soll der 44-Jährige im Gegenzug die Zahlung von Spenden über 24.600 Euro an die SPD Oppenheim verabredet haben.

Held hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und stattdessen behauptet, dass die Stadt Oppenheim beim Ankauf und Weiterverkauf von Grundstücken zur Erschließung eines Baugebiets einen Gewinn von 2,5 Millionen Euro erzielt habe. Der Ankauf der Grundstücke wäre nach Angaben von Held ohne die Einschaltung des Maklers nicht möglich gewesen. Auch den Vorwurf der Bestechlichkeit wies er damals zurück. Das Verfahren gegen den zunächst mitangeklagten Makler wurde dagegen im November gegen Auflagen eingestellt.

Held war von 2004 bis 2018 ehrenamtlicher Bürgermeister von Oppenheim am Rhein. Außerdem saß er für die SPD von 2013 bis zu diesem Jahr im Bundestag. Die Ermittlungen gegen ihn begannen 2017. Unter dem Druck der Vorwürfe und wiederholter Demonstrationen vor dem Rathaus trat Held 2018 von allen kommunalen Ämtern zurück, behielt aber sein Bundestagsmandat.

Die beiden ehemaligen Mitangeklagten sollten sich laut Anklage gegenüber Marcus Held bereit erklärt haben, zehn Prozent der durch die Stadt Oppenheim gezahlten Courtagen als Gegenleistung an den SPD-Ortsverein zur Finanzierung des Bundestagswahlkampfs des SPD-Politikers zu zahlen.

als/dpa/AFP
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