Nach Attacke gegen Kanzler Scholz Strack-Zimmermann entschuldigt sich bei Betroffenen für Autismus-Vergleich
FDP-Politikerin Strack-Zimmermann: Entschuldigung bei den von Autismus Betroffenen – aber nicht beim Kanzler
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Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat am Donnerstagmorgen auf die Kritik nach ihren Äußerungen über Kanzler Olaf Scholz reagiert. Am Rande einer Wahlkampfveranstaltung entschuldigte sie sich für ihre Formulierungen, nachdem sie dem Sozialdemokraten »autistische Züge« vorgeworfen hatte. Die Entschuldigung der FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl galt allerdings nicht Scholz, sondern Menschen, die von Autismus betroffen sind.
Strack-Zimmermann hatte in einem Interview mit der »Neuen Osnabrücker Zeitung« Scholz einen »krassen Rechthaber« genannt und ihm unterstellt: »Nach drei Jahren stelle ich fest, dass er geradezu autistische Züge hat, sowohl was seine sozialen Kontakte in die Politik betrifft als auch sein Unvermögen, den Bürgern sein Handeln zu erklären.«
Am Donnerstagmorgen ruderte Strack-Zimmermann zurück. »Olaf Scholz hat mich mit seiner Art des Handelns und seiner Nichtkommunikation zutiefst enttäuscht und frustriert, da beides unserem Land nicht guttut«, sagte sie. Aber Richtung Scholz hat die FDP-Politikerin offenbar nichts zurückzunehmen: »Dass ich mit meinem unbedachten Vergleich Menschen mit Autismus verletzt habe, tut mir sehr leid, und dafür entschuldige ich mich bei allen Betroffenen.« Die FDP-Politikerin sagte weiter: »Mit diesen stehe ich auch bereits im persönlichen Kontakt.«
Strack-Zimmermann betonte außerdem: »Als jemand, der sich seit vielen Jahren für Kinder, Jugendliche und Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die zurecht Sensibilität von der Gesellschaft erwarten können, einsetzt, bedaure ich es sehr, hier über das Ziel hinausgeschossen zu sein.«
Die SPD hatte zuvor empört reagiert, Parteichef Lars Klingbeil nannte die Aussagen »unanständig«: »Das ist eine verbale Entgleisung, die ich absolut unanständig finde. Wenn Frau Strack-Zimmermann Anstand hat, entschuldigt sie sich beim Bundeskanzler.« SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert warf Strack-Zimmermann Respektlosigkeit vor. »Wer keine Argumente mehr hat, der würdigt den politischen Mitbewerber verbal herab. Bei Frau Strack-Zimmermann ist es längst zur Methode geworden, andere Meinungen unter Zuhilfenahme von Kraftausdrücken anzugreifen.«