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04. November 2019, 12:16 Uhr

CSU-Chef Markus Söder und der CDU-Streit

"Meine Ambitionen sind und bleiben hier in Bayern"

Es kriselt in der CDU, und zu denen, die als mögliche Kanzlerkandidaten gehandelt werden, gehört auch er: CSU-Chef Markus Söder nimmt jetzt Stellung zu den Querelen - und fordert von Friedrich Merz "Teamgeist".

Die Führungsdebatte in der CDU sorgt über die eigenen Parteigrenzen hinaus für Kritik. Nun hat sich auch CSU-Chef Markus Söder besorgt über den internen Machtkampf in der Schwesterpartei geäußert. Er hoffe, dass der in diesem Monat stattfindende CDU-Parteitag "ein gutes Signal gibt und kein Signal des Bruchs", sagte Söder vor einer CSU-Vorstandssitzung. "Da können wir nur appellieren, dass wir in dieser schwierigen Phase eine starke Union brauchen, keine zerrissene."

Die Wahlschlappe der CDU in Thüringen hatte die Personaldebatte befeuert. Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem Kanzlerin Angela Merkel und die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Attackiert wurden die beiden unter anderem von dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz und dem Chef der konservativen CDU-Gruppierung WerteUnion, Alexander Mitsch. Rückendeckung erhielten Merkel und Kramp-Karrenbauer unter anderem von den Unionsfraktionsvizes Andreas Jung und Nadine Schön.

Söder an Merz: "Ich rate zum großen Teamgeist"

Söder warnte nun vor Brüchen in der CDU. Er sagte, die Kritiker müssten den Kompass bewahren - "Thüringen ist eben Thüringen und ist nicht ganz Deutschland". Der CSU-Vorsitzende forderte die CDU auf, nun Teamgeist zu zeigen - auch jenseits der Parteispitze müssten ihre Spitzenpolitiker Führungsverantwortung übernehmen und im Team arbeiten. Die Union müsse "ein Hort der Stabilität" sein.

Söder ging auch auf Friedrich Merz ein, der im Ringen um den CDU-Vorsitz Kramp-Karrenbauer knapp unterlegen war und sie kürzlich kritisiert hatte. "Ich rate zum großen Teamgeist", sagte Söder. Es sei durchaus in Ordnung, dass Merz und andere über Strategiefragen redeten. "Allerdings muss man eine Strategie haben, wenn man das diskutiert."

Söder bestritt erneut, eigene Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur für CDU und CSU zu haben. Seine Aufgabe sei Bayern, das bleibe auch so, sagte der bayerische Ministerpräsident. "Meine Ambitionen sind und bleiben hier in Bayern."

asc/AFP

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