CSU-Chef Markus Söder und der CDU-Streit "Meine Ambitionen sind und bleiben hier in Bayern"

Es kriselt in der CDU, und zu denen, die als mögliche Kanzlerkandidaten gehandelt werden, gehört auch er: CSU-Chef Markus Söder nimmt jetzt Stellung zu den Querelen - und fordert von Friedrich Merz "Teamgeist".

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident: "Thüringen ist eben Thüringen, nicht ganz Deutschland"
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Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident: "Thüringen ist eben Thüringen, nicht ganz Deutschland"


Die Führungsdebatte in der CDU sorgt über die eigenen Parteigrenzen hinaus für Kritik. Nun hat sich auch CSU-Chef Markus Söder besorgt über den internen Machtkampf in der Schwesterpartei geäußert. Er hoffe, dass der in diesem Monat stattfindende CDU-Parteitag "ein gutes Signal gibt und kein Signal des Bruchs", sagte Söder vor einer CSU-Vorstandssitzung. "Da können wir nur appellieren, dass wir in dieser schwierigen Phase eine starke Union brauchen, keine zerrissene."

Die Wahlschlappe der CDU in Thüringen hatte die Personaldebatte befeuert. Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem Kanzlerin Angela Merkel und die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Attackiert wurden die beiden unter anderem von dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz und dem Chef der konservativen CDU-Gruppierung WerteUnion, Alexander Mitsch. Rückendeckung erhielten Merkel und Kramp-Karrenbauer unter anderem von den Unionsfraktionsvizes Andreas Jung und Nadine Schön.

Söder an Merz: "Ich rate zum großen Teamgeist"

Söder warnte nun vor Brüchen in der CDU. Er sagte, die Kritiker müssten den Kompass bewahren - "Thüringen ist eben Thüringen und ist nicht ganz Deutschland". Der CSU-Vorsitzende forderte die CDU auf, nun Teamgeist zu zeigen - auch jenseits der Parteispitze müssten ihre Spitzenpolitiker Führungsverantwortung übernehmen und im Team arbeiten. Die Union müsse "ein Hort der Stabilität" sein.

Söder ging auch auf Friedrich Merz ein, der im Ringen um den CDU-Vorsitz Kramp-Karrenbauer knapp unterlegen war und sie kürzlich kritisiert hatte. "Ich rate zum großen Teamgeist", sagte Söder. Es sei durchaus in Ordnung, dass Merz und andere über Strategiefragen redeten. "Allerdings muss man eine Strategie haben, wenn man das diskutiert."

Söder bestritt erneut, eigene Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur für CDU und CSU zu haben. Seine Aufgabe sei Bayern, das bleibe auch so, sagte der bayerische Ministerpräsident. "Meine Ambitionen sind und bleiben hier in Bayern."



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asc/AFP

insgesamt 50 Beiträge
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GueMue 04.11.2019
1. Gut soeder
Nicht mit schaum vorm mund danach streben, was wahrscheinlich kommt,wenn wahlergebnisse in bayern stimmen bislang wars nicht so richtig gut.
lokithor 04.11.2019
2. Genau Herr Söder
und niemand hatte je die Absicht eine Mauer zu bauen. Und was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.
chilischweiz 04.11.2019
3. Söder reagiert...
... von allen am souveränsten. Wann kommt endlich die bundesweite CSU? Dann hätte die AFD Schwierigkeiten mit der 5%-Hürde und es gäbe zwei Kanzler-Kandidaten der Union
dirkcoe 04.11.2019
4. Zu spät Herr Söder
Der Geist ist aus der Flasche - AKK schon längst nicht mehr vermittelbar. Ein "Hort der Stabilität" braucht Kurs und Richtung - Beides hat die CDU seit einem Jahr nicht mehr. Wird das Thema auf dem Parteitag ignoriert und wieder Harmonie geheuchelt, dann verliert die CDU auch ihre letzte Glaubwürdigkeit. AKK war und ist ein Fehler und Fehler müssen behoben werden - schön Reden reicht nicht mehr.
Remotesensing 04.11.2019
5. Größe zeigen
die CDU würde mit Söder in 2021 ein fulminantes Ergebnis einfahren, schätzungsweise 42-44%. Aber die CDU hat nicht die Größe, ihn aufzustellen. Mit AKK als Merkel II wird sie abstürzen.
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