CSU-Chef Söder »Die Verantwortung für die Umfragen liegt nicht in Bayern«

Wer hat die schlechten Umfragewerte der Union zu verantworten? Vor allem die CDU, erklärt nun CSU-Chef Söder. Von einem Wechsel des Kanzlerkandidaten hält er aber nichts – genau wie Wolfgang Schäuble.
Markus Söder bei einer Pressekonferenz im Juli

Markus Söder bei einer Pressekonferenz im Juli

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Peter Kneffel / dpa

CSU-Chef Markus Söder sieht die Verantwortung für die schlechten Umfragewerte der Union vor allem bei der CDU. »Die Verantwortung für die Umfragen liegt nicht in Bayern«, sagte der bayerische Ministerpräsident der »Passauer Neuen Presse« und dem »Donaukurier«. Er würde sich »ehrlich wünschen«, dass auch in der CDU mehr für Unionskanzlerkandidat Armin Laschet werben. »Dagegen kämpfen wir in Bayern für die Union und werben seit Wochen für mehr Einsatz und Engagement.«

»Klar ist: Es wird jetzt richtig knapp. Deshalb müssen wir endlich anfangen zu kämpfen. Es geht um alles«, sagte Söder. »Es droht ein Linksrutsch – egal ob durch Ampel- oder Links-Koalition: Am Ende stünden Steuererhöhungen, wirtschaftliche Nachteile und unsichere Zeiten.«

»Es wird jetzt richtig knapp.«

CSU-Chef Söder

Rufen nach einem Kandidatenwechsel erteilte er aber erneut eine Absage. »Die Wahlzettel sind gedruckt und die Wahlplakate geklebt, da macht es keinen Sinn, über einen Kandidatentausch zu reden.«

Im Frühjahr hatte sich Laschet im Rennen um die Kanzlerkandidatur gegen Söder durchgesetzt. Einer Civey-Umfrage zufolge würden das inzwischen allerdings 70 Prozent der Unterstützer von CDU und CSU gern ändern. Söder selbst erklärte vor wenigen Tagen dem Sender München.tv, dass er keine weiteren Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur habe: »Ich habe einmal ein Angebot gemacht, ein zweites Mal bringt überhaupt nix.«

Wolfgang Schäuble: »Ich sehe, dass es Spitz auf Knopf steht«

Neben Söder sprach sich auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble klar gegen eine weitere Debatte über einen Austausch des Kanzlerkandidaten aus. »Ich halte die Forderung für ganz falsch. Die Union hat mit Abstand das beste Angebot. Das müssen wir im Wahlkampf geschlossen klarmachen«, sagte der CDU-Politiker der »Rheinischen Post«.

DER SPIEGEL

»Ich sehe, dass es Spitz auf Knopf steht. Aber dann kämpft man«, sagte Schäuble. Die Union müsse sich jetzt um den Kanzlerkandidaten Armin Laschet scharen, ihn unterstützen und ihn nicht durch Sticheleien schwächen. Laschet sei der richtige Kanzler.

Schäuble kommentierte die Äußerung von CSU-Chef Söder, im Schlafwagen komme man nicht ins Kanzleramt, mit den Worten: »Die Deutsche Bahn hat doch ihre Schlafwagen schon lange ausgemustert. Im Ernst: Es braucht keinen Wumms, sondern Solidität und klare Kante in der Sache.«

Laut der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL verbessert sich die SPD von zuletzt 20 Prozent auf 22 Prozent, während die Union auf 22 Prozent absackt.

aar/dpa
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