CDU und CSU Söder spricht von schlimmsten Differenzen seit Jahrzehnten

CDU und CSU seien inhaltlich weiter voneinander entfernt als 1976 bei der Debatte in Kreuth, sagt der bayerische Finanzminister Söder. Schuld daran sei Merkel - wie auch am Erstarken der AfD.

Markus Söder
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Markus Söder


Der bayerische Finanzminister Markus Söder hält die Differenzen zwischen den Unionsparteien für schwerwiegender als vor 40 Jahren in der größten Krise der beiden Parteien. CDU und CSU seien weiter voneinander entfernt als sie es 1976 bei der Debatte in Kreuth gewesen seien, sagte Söder in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Im November 1976 hatte die CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth beschlossen, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag nicht fortzuführen. Im Dezember desselben Jahres wurde der Trennungsbeschluss jedoch wieder zurückgenommen.

Vor 40 Jahren sei es um persönliche Fragen gegangen, sagte Söder nun. Derzeit funktioniere das persönliche Miteinander im Grunde genommen ausgezeichnet. "Aber es gibt wirkliche inhaltliche Unterschiede und die müssen wir auflösen." Grund dafür sei vor allem die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Söder gab Merkel zudem eine Mitschuld am Erstarken der rechtspopulistischen AfD. Unter der Kanzlerin habe die CDU ein Vakuum entstehen lassen: "Es ist erkennbar, dass mit dem Weg nach links, den die CDU eingeschlagen hat, rechts dieser Platz entstanden ist."

Söder gilt als ein Anwärter für die Nachfolge von CSU-Chef Horst Seehofer. Schon früher hat er das schlechte Verhältnis von CDU und CSU thematisiert. Im Februar hatte er beispielsweise vor einer tiefgreifenden Entfremdung gewarnt, er bezog sich damals auf die unterschiedlichen Positionen in der Flüchtlingskrise.

Seehofer plant eigenen CSU-Wahlkampf

Der Streit zwischen den beiden Unionsparteien war am Wochenende von der CSU angefacht worden: Seehofer plant nach SPIEGEL-Informationen zur Bundestagswahl 2017 einen eigenen Wahlkampf der CSU, falls Merkel bei ihrer Strategie im Umgang mit der AfD bleibt (lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL).

Unions-Fraktionschef Volker Kauder lehnte allerdings eine Kurskorrektur ab. Der Satz des ehemaligen CSU-Chefs Franz Josef Strauß, dass es rechts der Union keine demokratische Partei geben dürfe, gelte nur bedingt, sagte der CDU-Politiker im ZDF. Angesprochen auf die Kritik Söders sagte Kauder, dass es zwischen CDU und CSU durchaus Differenzen gebe, insbesondere in der Flüchtlingsfrage.

aar/Reuters/AFP



insgesamt 95 Beiträge
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Angelheart 09.05.2016
1. Jajaa...
die christlichen Demokraten und christlichen Sozialen...so sind sie!
alkman 09.05.2016
2. Heute rächt sich,
daß die CSU 1976 ihren Kreuther Trennungsbeschluß nicht durchgehalten hat. CDU und CSU hätten getrennt ein größeres Wählerspektrum erreichen können. Aber Strauß war ein Zauderer, und seine Nachfahren schaffen das eh nicht mehr.
Ge-spiegelt 09.05.2016
3. CSU sollte bundesweit werden
Rechts von der CDU. Das wäre DER Schachzug gegen die AFD.
ichbinich2011 09.05.2016
4. Also
Ich finde Seehofer hat mehr afd Werbung gemacht als Merkel!
Wolfgang Heubach 09.05.2016
5. Frau Merkel vertritt doch nur sich selbst ...
... von Solidarität gegenüber dne eigenen Parteimitgliedern, einschliesslich CSU, kann doch keine Rede sein. Sie ist doch längst zu einer Belastung für die Union geworden. Nur wagen das wenige auszusprechen. Jetzt sitzt sie in der Erdogan-Falle. Dafür wird sie die Quittung von den Wählerinnen und Wählern erhalten. Doch dann ist es leider zu spät.
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