Söder zur Islamdebatte "Wir wollen lieber Kreuze aufhängen"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder legt in der Debatte über den Islam nach: Dieser sei hierzulande nicht kulturprägend, sagte der CSU-Politiker dem SPIEGEL. Zuwandererkinder sollen Werteunterricht erhalten.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Foto: Lino Mirgeler/ dpa

Bayern will eine harte Linie gegen den Islam fahren. Man werde an den christlichen Feiertagen festhalten und wolle keine islamischen Feiertage einführen, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder dem SPIEGEL. "Wir wollen in bayerischen Behörden lieber Kreuze aufhängen, statt sie abzuhängen." Der Islam sei nicht identitätsstiftend und kulturprägend für unser Land, selbst wenn er Realität in vielen deutschen Städten sei. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Statt den Unterricht über den Islam Hinterhofmoscheen zu überlassen, sei es wichtig, religiöse Unterweisung mit eigenen Lehrkräften zu gestalten, die Toleranz und die Religionsfreiheit in den Mittelpunkt stellten, sagte Söder. Er bekräftigt sein Vorhaben, an Schulen einen Werteunterricht speziell für Zuwandererkinder einzuführen. "In diesem Unterricht sollen neben Deutsch auch das klare Bekenntnis zur Religionsfreiheit, Toleranz gegenüber anderen Religionen wie dem Judentum und unsere Werteordnung vermittelt werden."

Die Zuwanderer kämen häufig aus Gesellschaftsordnungen, "die teilweise weit entfernt sind von der unsrigen. Es ist ein großer Sprung, wenn man aus einer anderen Kultur nach Deutschland kommt", sagt Söder.

Söder stellte sich an die Seite von Parteichef Horst Seehofer, der gesagt hatte: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland." Er war daraufhin von Bundeskanzlerin Angela Merkel öffentlich gerügt worden. Söder sagte dazu: "Horst Seehofer hat Recht."

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