Spekulation über Koalition auf Bundesebene Söder nennt Schwarz-Grün »spannendes Zukunftsteam«

Eine schwarz-grüne Bundesregierung? Markus Söder hält ein solches Bündnis für reizvoll – und warb jetzt erneut dafür. Eine Abfuhr erteilte Bayerns Ministerpräsident dagegen der FDP.
CSU-Chef Markus Söder

CSU-Chef Markus Söder

Foto: Matthias Balk / dpa

Markus Söder spricht sich erneut für eine schwarz-grüne Koalition in Deutschland aus. »Es wäre ein spannendes Zukunftsteam, das Inspiration bieten könnte, weil es die ganz große Frage unserer Zeit in den Blick nimmt: die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie«, sagte Bayerns Ministerpräsident dem »Stern«.

Die Parteien seien bereits »nah dran an einer solchen Kooperation«, wird der CSU-Chef zitiert. Ausdrücklich lobte Söder das Verhalten der Grünen bei der Bewältigung der Coronakrise: Sie seien »ein verlässlicherer Partner als viele andere Parteien« gewesen.

Schon Ende vergangenen Jahres hatte Söder im SPIEGEL für ein schwarz-grünes Bündnis geworben. »Ich glaube, dass Schwarz-Grün einen großen Reiz hätte, weil beide politischen Kräfte die ganz großen Fragen unserer Zeit im Blick haben, wie die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie«, sagte er. »Das wäre aktuell das interessanteste politische Angebot.« (Lesen Sie das Doppelinterview mit Söder und Grünenchef Robert Habeck hier ).

»Mehr Köche machen den Brei nicht unbedingt genießbarer«

Viele Menschen hätten Sympathien für ein solches Bündnis, glaubt Söder. Die Koalition von Union und SPD werde dagegen lediglich als »Krisenteam« akzeptiert.

Eine Abfuhr erteilte Söder dagegen der FDP. Auf die Frage des »Stern«, ob die Liberalen zusammen mit Union und Grünen als JamaikaKoalition regieren sollten, sagte er: »Weniger Partner machen eine Regierung stabiler als viele. Mehr Köche machen den Brei nicht unbedingt genießbarer.«

Als zentrale Herausforderung einer neuen Bundesregierung nannte Söder die Erderwärmung: »Ich bin der festen Überzeugung, dass wir beim Klimaschutz noch mehr tun müssen.« Nötig sei etwa eine »große Wasserstrategie«. Deutschland habe dieses Thema »noch nicht richtig auf der Agenda«.

Zu möglichen Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur sagte Söder: »Ich bin als Parteichef und Ministerpräsident eigentlich politisch ausbefördert.« Die CDU habe in dieser Frage »das Initiativrecht«, er werde gemeinsam mit dem neuen CDU-Chef Armin Laschet einen Kanzlerkandidaten vorschlagen.

als/AFP