Söder über Merkel »Manche hatten schon den Eindruck, da sitzen ›Mutti‹ und der Schwiegersohn«

»Mein Verhältnis zu ihr war wechselhaft«: CSU-Chef Markus Söder blickt angeblich manchmal wehmütig auf die Zeit mit Altkanzlerin Angela Merkel.
Merkel und Söder (Aufnahme aus 2019)

Merkel und Söder (Aufnahme aus 2019)

Foto: Michael Kappeler/ dpa

CSU-Chef Markus Söder hat sein Verhältnis zur früheren Kanzlerin Angela Merkel als »wechselhaft« beschrieben. »Ich war früher skeptisch, insbesondere wegen der Migrationspolitik. Aber in der Coronazeit habe ich sehr an ihr geschätzt, dass sie unsere bayerische Position beherzt unterstützt hat«, sagte der bayerische Ministerpräsident dem »Münchner Merkur« .

»In der Coronazeit hatten manche schon den Eindruck, da sitzen ›Mutti‹ und der Schwiegersohn, die das Land gemeinsam durch schwere Zeiten führen«, sagte Söder weiter.

Regelmäßige SMS von Merkel – »so eine Art Konfuzius-SMS, also mit Lebensweisheiten« – hätten ihm in schwerer Zeit oft geholfen. Der SMS-Kontakt halte weiter, sagte er. Söder ließ offen, ob Merkel 2021 seine mögliche Kanzlerkandidatur hinter den Kulissen unterstützt habe oder nicht. »Das sind interne Dinge.«

Einen neuen Anlauf 2025 für sich hält Söder für ausgeschlossen. »Für CSU-Vorsitzende gibt es diese Chance, wenn überhaupt, nur einmal im Leben. Und zwar dann, wenn die CDU keinen Kandidaten hat, der sich aufdrängt. Das war bei Strauß so und auch bei Stoiber. In meinem Fall hat die CDU-Führung anders als die Basis entschieden. Für mich ist das Kapitel abgehakt.«

Er sei kein »Ersatzkanzler«, sondern Ministerpräsident von Bayern. »Eigentlich zeigt die Geschichte immer wieder: Ein CSUler gehört nach Bayern.«

als/dpa