Söder über Corona-Maßnahmen "Durchhalten lohnt sich"

Vorsichtiger Optimismus bei Markus Söder: Die Maßnahmen in Bayern gegen das Coronavirus beginnen nach Angaben des Ministerpräsidenten zu wirken. Einen Grund zur Entwarnung sieht er aber nicht.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

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Peter Kneffel/ dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Freistaat einen leicht positiven Trend. Es seien inzwischen etwa sechs Tage, bis sich die Zahl der Neuinfektionen verdoppele. Vor den Schulschließungen habe sich die Zahl alle 2,5 Tage verdoppelt, sagte der Ministerpräsident. Daher sei eindeutig: Ohne die getroffenen Maßnahmen hätte sich die Situation dramatisch entwickelt.

"Durchhalten lohnt sich", sagte Söder bei einer Pressekonferenz in der Münchner Staatskanzlei. Es gebe aber "keinen Grund zur Entwarnung. Die Zahlen steigen." Es dürfe nicht zu früh aufgehört werden.

"Mitmachen ist weiter gefragt", sagte Söder. Er kündigte die Einrichtung eines Expertenrats an, an dem Virologen, Epidemiologen und Mediziner beteiligt sein sollen.

Eine wissenschaftliche Studie mit zufällig ausgewählten 3000 Haushalten in München solle Erkenntnisse zur Ausbreitung der Pandemie in Deutschland bringen. Das Forschungsprojekt sei auf ein Jahr angelegt und solle in wenigen Tagen erste Erkenntnisse liefern, sagt Söder. Die Studie mit regelmäßigen Blutabnahmen und Befragungen beginne am Sonntag, kündigt der Medizinprofessor Michael Hoelscher an (lesen Sie hier Einzelheiten dazu).

In Bayern sind nach Angaben des Robert Koch-Institut inzwischen 20.237 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Den Angaben zufolge sind bislang 307 Patienten gestorben, die infiziert waren.

Ohne geschlossene Schulen und Ausgangsbeschränkungen wären nach Angaben der Münchner Virologin Ulrike Protzer eine Million Corona-Tote in Deutschland zu befürchten gewesen. "Ohne etwas zu tun, hätte das in Deutschland eine Million Menschenleben gekostet", sagte die Wissenschaftlerin von der Technischen Universität München (TUM) am Freitag. Mit den nun getroffenen Maßnahmen könne man davon ausgehen, dass "man diese Zahl auf deutlichst unter 100.000, hoffentlich unter 20.000 senken" könne. Sie warnte aber auch: "Wir haben immer noch in einer Zahl des exponentiellen Wachstums."

als/Reuters/dpa