Willkommensgruß auf Twitter Söder begrüßt alle G7-Chefs – außer Scholz

Staatsmännisch tun, aber innenpolitisch sticheln: Via Twitter heißt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Staats- und Regierungschefs der G7 willkommen. Wirklich alle? Tja, auf der Fotocollage fehlt einer.
Markus Söder (CSU): »Welcome to Bavaria!«

Markus Söder (CSU): »Welcome to Bavaria!«

Foto: Peter Kneffel / dpa

Weltpolitik im Alpenidyll – eine perfekte Gelegenheit für Markus Söder, Instinktpolitiker, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident, sich in Szene zu setzen. Also wirft Söder seinen Computer an. »Die Welt zu Gast in #Bayern: Welcome to Bavaria!«, tippt er am Samstagnachmittag einen Willkommenstweet . »Wir begrüßen die wichtigsten Staatschefs der Welt«, schreibt er weiter. Beim G7 organisiere sich die freie Welt, und die aktuellen Krisen in der Welt zeigten, wie wichtig internationale Abstimmung sei.

An den Tweet angehängt: eine Collage aus Alpenpanorama, Schloss Elmau und den Köpfen der Regierungschefs. Dazu ein fröhliches »Grüß Gott in Bayern!«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Aber Moment, fehlt da nicht einer? Bitte nachzählen: US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Boris Johnson, Italiens Regierungschef Mario Draghi, Kanadas Premier Justin Trudeau und der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida. Das sind sechs. Einer taucht in der illustren Männerrunde nicht auf: ausgerechnet der eigene Bundeskanzler, Olaf Scholz.

Wo ist Scholz? Ist er mal wieder auf Tauchfahrt gegangen? Sitzt er im Turm von Schloss Elmau? »Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen«, ermutigt die Historikerin Hedwig Richter  mit Bibelworten (Jeremia 29, 13.14). Manche fragen, warum sich Söder nicht gleich selbst abgebildet hat, der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz nennt  Söders Auslassung schlicht »schlechten Stil«.

Mehrere Twitternutzer merken an, dass Söder ja die »Staatschefs« willkommen heißt – und vier der sechs abgebildeten sind nicht Staatsoberhäupter, sondern Regierungschefs: Johnson, Draghi, Trudeau und Kishida. Wobei das auch der Grund sein könnte, dass Scholz nicht abgebildet ist: Scholz führt die Regierung. Staatschef ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

mgo
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.