Söder über neue Corona-Maßnahmen "Lieber gleich und richtig als spät und halbherzig"

Vor der Konferenz mit Kanzlerin Merkel fordert Bayerns Ministerpräsident Söder deutlich schärfere Corona-Maßnahmen - stellt aber auch klar: "Wir wollen keinen kompletten zweiten Lockdown."
Bayerischer Ministerpräsident Söder: "Klar ist, es wird nicht einfach. Und klar ist, es wird auch nicht schön"

Bayerischer Ministerpräsident Söder: "Klar ist, es wird nicht einfach. Und klar ist, es wird auch nicht schön"

Foto: Peter Kneffel / dpa

Angesichts drastisch gestiegener Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein schnelles und konsequentes Gegensteuern von Bund und Ländern gefordert. "Wir müssen uns morgen bewähren", sagte Söder nach einer Kabinettssitzung mit Blick auf die bevorstehenden Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch.

Ziel müsse eine Trendwende bei den Corona-Neuinfektionen sein, sagte der Ministerpräsident. "Wir wollen keinen kompletten zweiten Lockdown wie im Frühjahr."

Söder erwartet dabei offenbar eine schwierige Sitzung: "Klar ist, es wird nicht einfach. Und klar ist, es wird auch nicht schön." Er befürworte bei den Maßnahmen ein Vorgehen nach der Devise: "Lieber gleich und richtig als spät und halbherzig." Konkrete Maßnahmen nannte Söder allerdings nicht.

Schulen "so lange es geht" offen halten

Der Betrieb an Betreuungs- und Bildungseinrichtungen soll nach Söders Plänen allerdings so lange wie möglich aufrechterhalten werden. "Schulen und Kitas sollen am längsten offen gehalten werden, solange es geht", sagte Söder. Bei einer Entspannung der Situation sollten sie auch die ersten Orte sein, die wieder öffnen. Er forderte die Schulen auf, gegenüber den Schülern "größtmögliche Flexibilität" zu zeigen.

DER SPIEGEL

Zahlen im Berchtesgadener Land und Rottal-Inn sinken leicht

In zwei bayerischen Landkreisen gelten wegen extrem hoher Fallzahlen derzeit umfangreiche Einschränkungen. In Rottal-Inn sind sie zunächst für zehn Tage gültig. Dazu gehört unter anderem ein Beherbergungsverbot für Touristen, auch Schulen und Kitas, Kinos, Theater, Musik- und Tanzschulen müssen geschlossen bleiben. Menschen im Landkreis dürfen ihre Wohnung nur für Anlässe wie die Arbeit, Einkäufe oder Arztbesuche verlassen.

Ähnliche Maßnahmen waren bereits in der Vorwoche für den Kreis Berchtesgadener Land erlassen worden.

In Rottal-Inn gab es laut Robert Koch-Institut zuletzt 239,5 Infektionen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen. Damit liegt der Inzidenzwert über dem des Landkreises Berchtesgaden mit derzeit 219 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Landkreise weisen das deutschlandweit höchste Infektionsgeschehen auf, zuletzt sanken die Zahlen jedoch leicht.

fek
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