Söder-Kritik an Merkel "Sie machts uns im Moment nicht leicht"

Bayerns Finanzminister Söder wirft CDU-Chefin Merkel vor, die Grundprinzipien der Union aufzugeben. Im SPIEGEL lässt er offen, ob seine CSU sie als Kanzlerkandidatin unterstützen werde.

CSU-Mann Söder
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CSU-Mann Söder


Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, die Grundprinzipien der Union aufzugeben. "Es ist etwas passiert, was wir uns früher nicht hätten vorstellen können", sagte Söder dem SPIEGEL. "Da wird still und leise das Selbstverständnis von CDU und CSU einfach neu bestimmt." (Lesen Sie das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

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Heft 22/2016
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Die CDU dränge so sehr nach Mitte-links, dass den Wählern eine Abgrenzung zu SPD und Grünen allmählich schwerfalle. "Die Union wird in Deutschland jeden Tag schwächer", beklagte der CSU-Politiker und fügte hinzu: "Die Union muss immer politische Alternative bleiben und darf nicht zu einer Variante von Rot-Grün mutieren."

Die CSU werde Merkel als Kanzlerkandidatin nur unterstützen, wenn sie die bewährten Grundsätze wieder zur Grundlage ihrer Politik mache. "Wir wollen, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Wir wollen gemeinsam mit ihr in den Wahlkampf ziehen", sagte Söder. Er fügte hinzu: "Aber sie machts uns im Moment nicht leicht."

Die Wahlergebnisse und die aktuellen Umfragen belegten, dass der neue Kurs der CDU keine neuen Wähler bringe, aber viele alte verloren gingen, sagte Söder. "Wenn manche in der CDU glauben, nur auf SPD- und Grüne-Wähler zu setzen, wird die CDU nie mehr über 30 Prozent kommen. Dann bekommen wir mit der Zeit österreichische Verhältnisse."

Die Union müsse aufpassen, dass Deutschland nicht auf den Weg von einer Berliner zu einer Wiener Republik gerate, sagte Söder mit Blick auf die Präsidentschaftswahl in Österreich, bei der der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ fast 50 Prozent der Stimmen bekommen hatte.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 91 Beiträge
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spon-facebook-1261351808 27.05.2016
1. Wieder die CSU!
Warum wird eigentlich ständig über diese Splitterpartei namens CSU berichtet? Man berichtet doch auch nicht ständig über die SPD Schleswig-Holsteins oder die Grünen im Saarland? Absurd...
philemajo 27.05.2016
2. Lustig, das behaupten viele über Söder selbst auch...
Wahrscheinlich hat er es deshalb einmal zu oft, dass er es ihnen nicht leicht mache ;-) !
TheBlind 27.05.2016
3.
Ggf sollten die dann die Union aufkündigen, wäre dann allen geholfen...
syssifus 27.05.2016
4. Mach mir
Mach mir den Seehofer,oder wie sag ich's meinem Chef.Wer glaubt,dass das nur heiße Luft ist,liegt vollkommen richtig.Als Juniorpartner darf man zwar bellen,aber nicht beißen.
box-horn 27.05.2016
5. richtig
Söder hat es freundlicherweise vermieden, das Kind beim Namen zu nennen. Was er aber ganz offensichtlich meint ist, daß Merkels politisch eher linke Ausrichtung der AfD Wähler zutreibt, die eigentlich keinen rechten Ideen zuneigen sondern eine konservative "Alternative" zu RotGrün wünschen. Dieser Meinung bin ich auch. Nicht umsonst hat die CSU derzeit so starken bundesweiten Zuspruch.
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