»Eiskalter Winter« Söder wirft Regierung falsche Gasstrategie vor

Deutschland bemühe sich zu langsam um Ersatz für russische Energielieferungen: CSU-Chef Söder malt ein düsteres Szenario für die kommenden Monate. Andere Länder seien da schon weiter.
CSU-Chef Markus Söder

CSU-Chef Markus Söder

Foto: Peter Kneffel / picture alliance/dpa

CSU-Chef Markus Söder hat der Bundesregierung eine falsche Strategie im Umgang mit Russland und dessen Gaslieferungen vorgeworfen. Es bestehe die Gefahr, dass Deutschland »Stück für Stück« von den russischen Gaslieferungen abgekoppelt werde, sagte Söder nach einer gemeinsamen Präsidiumssitzung der CSU und des bayerischen Industrie- und Handelskammertags. »Es droht ein eiskalter Winter«, warnte Söder.

Ersatz kommt laut Söder zu langsam

Der CSU-Chef warf der Bundesregierung außerdem Langsamkeit beim Bemühen um Ersatz für russisches Gas vor. »Andere Länder sind schneller«, sagte Söder. So habe Italien bereits mit Katar Verträge geschlossen.

Der bayerische Ministerpräsident bekräftigte zudem seine Forderung, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern und die in Bayern bedeutsame Wasserenergie bei den erneuerbaren Energien zu fördern. Den Grünen warf Söder vor, aus rein ideologischen Gründen jetzt aus der Atomkraft aussteigen zu wollen.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hatte vor wenigen Tagen vor einem Totalausfall russischer Gaslieferungen gewarnt und an die Bevölkerung appelliert, Energie zu sparen. Wenn der Gasfluss aus Russland »motiviert länger anhaltend abgesenkt wird, müssen wir ernsthafter über Einsparungen reden«, hatte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. Die Wochen bis zum Beginn der Heizsaison müssten genutzt werden, um Vorbereitungen zu treffen, sagte er.

col/AFP
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