Krise vor der Wahl Söder sieht das Wochenende als letzte Chance für Trendwende der Union

Die Umfragewerte sind mau – und die Zeit läuft ab. Laut CSU-Chef Markus Söder bleibt der Union nur noch das kommende Wochenende, um vor der Wahl noch zu punkten: »Wir müssen uns alle unterhaken.«
Markus Söder

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Foto: Peter Kneffel / dpa

Noch etwas mehr als zwei Wochen, dann wählen die Menschen in Deutschland einen neuen Bundestag. Und in der Sonntagsfrage, die der SPIEGEL zusammen mit Civey gestellt hat, sprachen sich 25 Prozent der Befragten für die SPD aus. Die Union kam nur auf 23 Prozent. Damit setzt sich ein Negativtrend für die christdemokratischen Parteien fort.

Und nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder läuft die Zeit für einen Stimmungsumschwung vor der Bundestagswahl davon. »Wenn es noch eine Chance gibt, den Trend zu brechen, dann an diesem Wochenende«, sagte Söder der Nachrichtenagentur dpa in München.

Die CSU wolle mit ihrem Parteitag am Freitag und Samstag in Nürnberg »ein Stück« die Trendwende einleiten. Ohne es direkt anzusprechen, dürfte Söder auch das am Sonntag bei ARD und ZDF anstehende zweite Triell der Spitzenkandidaten von Union, SPD und Grünen zum Wochenende der Entscheidung hinzuzählen.

Zu dem Parteitag wird am Samstag auch Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in Nürnberg erwartet. Söder: »Es kommt jetzt nicht auf Stilnoten an. Wir müssen uns alle unterhaken.«

Trotz der schlechten Umfragewerte – die Union lag bundesweit zuletzt zwischen 19 und 25 Prozent, die CSU in Bayern auch nur noch bei 28 Prozent – sieht Söder noch die Chance zum Wahlsieg und dabei insbesondere soziale Themen im Vordergrund.

Viele Wählerinnen und Wähler haben sich schon entschieden

Laut der Umfrage des SPIEGEL haben sich rund 77 Prozent der Menschen etwas mehr als zwei Wochen vor der Wahl in ihrer Entscheidung bereits festgelegt. Ein gutes Fünftel der Wählerinnen und Wähler ist dagegen noch nicht entschieden.

Vergleichszahlen des Instituts Civey zum gleichen Zeitpunkt vor der Bundestagswahl vor vier Jahren liegen nicht vor. Andere Meinungsforscher hatten kurz vor dem Wahltermin 2017 jedoch eine deutlich größere Zahl unentschlossener Wähler ausgemacht.

Laut einer Allensbach-Umfrage etwa einen Monat vor der Wahl wusste damals noch jeder und jede Zweite nicht, wem sie oder er ihre oder seine Stimme geben wollte. Eine Woche vor der Wahl waren laut Forschungsgruppe Wahlen immerhin noch rund 40 Prozent der Deutschen unentschlossen.

jok/dpa
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