Ex-Parteichef Einladungspanne - Schulz kommt nicht zum SPD-Europakonvent

Die SPD beschließt am Samstag ihr Europawahlprogramm. Ex-Spitzenkandidat Martin Schulz nimmt nach SPIEGEL-Informationen überraschend nicht am Parteikonvent teil. Offenbar gab es eine Panne bei der Einladung.

Martin Schulz
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Martin Schulz


"Kommt zusammen für Europa": So lautet ein Wahlslogan der SPD für die Europawahl. Doch einer, der am Samstag überraschend nicht dabei sein wird, wenn sich die Partei in Berlin trifft, ist Martin Schulz, Ex-Kanzlerkandidat, Ex-SPD-Chef und Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei den Europawahlen 2004, 2009 und 2014.

Hintergrund seines Fernbleibens ist offenbar eine Panne bei der Einladung. Aus SPD-Kreisen hieß es, Schulz sei zwar wie alle Bundestagsabgeordneten angeschrieben worden. Eine geplante persönliche Einladung sei aber aus Versehen nicht verschickt worden. Im Willy-Brandt-Haus sei eine entsprechende Liste nicht korrekt abgearbeitet worden. Schulz wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Parteichefin Andrea Nahles will den Konvent als Auftakt in den Europawahlkampf nutzen. So soll das Wahlprogramm der Sozialdemokraten verabschiedet werden, Nahles und Spitzenkandidatin Katarina Barley werden zudem Reden halten. Die SPD hat angekündigt, sich für ein sozialeres Europa einsetzen zu wollen. So plädieren die Sozialdemokraten für die Einführung von Mindestlöhnen auf europäischer Ebene sowie eine Besteuerung von großen Internetkonzernen.

Noch am Donnerstag hatte Schulz als zweiter Redner seiner Fraktion auf die Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel zum EU-Gipfel geantwortet, nach Partei- und Fraktionschefin Nahles. In den vergangenen Wochen hatte er immer wieder deutlich gemacht, dass ihm die Europapolitik der Bundesregierung zu zögerlich ist - Deutschland habe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hängenlassen, kritisiert Schulz.

Das Verhältnis zwischen Schulz und Nahles galt anfangs als gut, hat sich inzwischen aber abgekühlt. In der Parteiführung hofft man darauf, von der Expertise des Ex-Parteichefs im Wahlkampf profitieren zu können. Eine zu starke Rolle von Schulz soll aber vermieden werden, um die Kampagne von Barley nicht zu stören.

Auch Schulz selbst will vermeiden, dass seine Rolle überinterpretiert wird. Gleichzeitig gilt er noch immer als zu leidenschaftlicher Europäer, als dass er im Wahlkampf abseits stehen könnte. Dem Vernehmen nach sind bereits Dutzende Auftritte von ihm in den kommenden Wochen terminiert.

cte/vme

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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
whitewisent 22.03.2019
1.
Ist das nun ein Witz, ne Ente oder wirklich deren Ernst? Mit sowas geht man doch nicht an die Öffentlichkeit. Er wird sich ja wohl nicht wirklich etwas Anderes für den Tag vorgenommen haben, und als MdB wäre er ja eh nur Gast, und nicht stimmberechtigt. Oder ist er beleidigt, und kommt deshalb nicht?
vox veritas 22.03.2019
2.
Das kann schon mal passieren, ist aber auch nicht wirklich tragisch. Die Zukunft der SPD ist ohnehin weiblich.
Watschn 22.03.2019
3. Man kann von Schulz halten was man will....
Er ist -bestimmt teils nicht zu unrecht- umstritten. Aber solch ein schmieriges Manöver der SPD ist nur noch abstossend. Wie gestern bei TV-Lanz (mal eine sehr gute Sendung) von Cicero-Gründer Wolfram Weimer in die Rund vorgeschlagen, wäre Frau Malu Dreyer (MP RP) die ideale Figur zur Ablösung dieser aktuellen SPD-Clique um Nahles/Scholz. Sie wäre auch die ideale u. sympathische SPD-KK gegen eine versprödete AKK...
Rhinkiekerrees@gmail.com 22.03.2019
4. Keine Einladung
Ist natürlich blöde gelaufen. Aber mal ehrlich wer Schulz bei Maischberger erlebt hat, merkt dass er sehr dünnhäutig geworden ist
m.klagge 22.03.2019
5. Ok.
Und wen interessiert's?
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