Martin Schulz über Donald Trump "Dieser Mann ist irrational"

Bei der Bundestagswahl unterlag Martin Schulz seiner Konkurrentin Angela Merkel, nun mahnt er sie, stärker auf Emmanuel Macron zuzugehen. Die EU müsse enger zusammenrücken - vor allem mit Blick auf den US-Präsidenten.
Martin Schulz

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Foto: Steffi Loos/ Getty Images

Der langjährige Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, sieht einen Bruch der transatlantischen Achse mit den USA - und mahnt die Europäische Union zum stärkeren Zusammenrücken. "Man darf sich keine Illusionen machen über Donald Trump: Dieser Mann ist irrational", sagte Schulz der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Trumps angekündigten Ausstieg aus dem Atom-Abkommen mit Iran.

Schulz, der bei der Bundestagswahl als SPD-Kanzlerkandidat Angela Merkel unterlegen war, mahnte die Kanzlerin, stärker auf Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron zuzugehen. Man habe in den Verhandlungen über eine Große Koalition das Thema Europa im Koalitionsvertrag "nicht umsonst an die erste Stelle gesetzt". Schulz war nach Verhandlungsabschluss wegen internem Widerstand als SPD-Chef zurückgetreten und auch nicht wie geplant Außenminister geworden.

In seinen Augen sei "der Atom-Deal einer der größten diplomatischen Erfolge Europas in den letzten Jahrzehnten", sagte Schulz nun. Das Abkommen sieht die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen des Westens vor. Im Gegenzug soll Iran weitgehend die Anreicherung von Uran unterlassen, sodass die Herstellung von waffenfähigem Nuklearmaterial für Atomwaffen ausgeschlossen ist. Schulz sagte, er hoffe, dass das Abkommen auch nach neuen US-Sanktionen gegen Iran noch eine Chance habe. Es gebe keine Indizien, dass Iran das Abkommen verletze - die moderaten Kräfte in dem muslimischen Land müssten gestärkt werden.

Macron erhält am Donnerstag in Aachen den Internationalen Karlspreis für seine Verdienste um die europäische Einigung, Merkel wird die Laudatio halten. Im Jahr 2015 hatte Schulz den Preis erhalten. Er würdige die Verleihung an Macron nun als Signal zur richtigen Zeit und bezeichnete Frankreichs Präsidenten als seinen Freund. Die Verleihung des Karlspreises an ihn sei eine Ermutigung, "seine grundsätzliche Überzeugung, dass sich Europa auf sich selbst konzentrieren muss, zu unterstützen", sagte Schulz.

aar/dpa