Ehemaliger SPD-Chef Martin Schulz soll Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung werden

Der frühere Kanzlerkandidat und SPD-Chef Martin Schulz könnte künftig die Friedrich-Ebert-Stiftung leiten. Laut einem Medienbericht haben sich hochrangige SPD-Politiker auf ihn als neuen Chef geeinigt.
Martin Schulz war bei der Bundestagswahl 2017 als Kanzlerkandidat der SPD angetreten, die SPD erreichte 20,5 Prozent der Stimmen

Martin Schulz war bei der Bundestagswahl 2017 als Kanzlerkandidat der SPD angetreten, die SPD erreichte 20,5 Prozent der Stimmen

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl 2017 und früherer Chef der Sozialdemokraten, soll Chef der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung werden und damit die Nachfolge von Kurt Beck antreten. Das berichtet das Nachrichtenportal "The Pioneer" unter Berufung auf ungenannte Quellen in der Partei.

Beck hatte den früheren SPD-Kanzlerkandidaten demnach in einem Brief an die Vorstandsmitglieder der Stiftung als seinen Nachfolger vorgeschlagen und darauf hingewiesen, dass dies auch mit der Parteiführung abgesprochen sei.

Schulz soll sich laut Bericht im Oktober als Stiftungschef präsentieren

Eine kleine Runde hochrangiger Sozialdemokraten habe in einer internen Sitzung am vergangenen Freitag in Berlin grünes Licht für die Personalie gegeben, hieß es weiter. Bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung im Oktober soll sich Schulz dem Bericht zufolge als neuer Stiftungschef präsentieren. Die Wahl sei für Dezember vorgesehen.

Beck äußerte sich am Dienstagmittag. Der Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung habe ihn gebeten, einen  Vorschlag für seine Nachfolge zu machen, teilte der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz mit. "Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen mit Mitgliedern des Stiftungsvorstandes" schlage er Schulz vor. Die Zukunft Europas sei für Deutschlands Zukunft von entscheidender Bedeutung, so Beck: "Ein ausgewiesener und geachteter Europäer an der Spitze der ältesten und traditionsreichen politischen Stiftung in Deutschland wird dieses wichtige Anliegen der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung überzeugend verkörpern und weiter voranbringen."

Schulz selbst meldete sich am Dienstagnachmittag auf eine Anfrage des SPIEGEL. "Ich fühle mich durch den Vorschlag, dieser traditionsreichen und wichtigen Stiftung vorzustehen, sehr geehrt", teilte er mit. "Vorausgesetzt die Entscheidungsgremien der Friedrich-Ebert-Stiftung stimmen diesem Vorschlag zu, werde ich diese Aufgabe sehr gerne übernehmen."

Die parteinahen politischen Stiftungen leisten einen Beitrag zur politischen Bildung, beispielsweise durch Veröffentlichungen und Stipendien, und werden überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Zu ihnen gehören bisher neben der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU, die Hanns-Seidel-Stiftung (CSU), die Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne), die Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) und die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linke).

höh/cte/dpa
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