Kritik an Schulz-Hype SPD-Abgeordnete stänkern gegen Steinbrück

In einem Interview kritisiert Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seine Partei hart. Die Genossen schießen zurück.

Peer Steinbrück (Archivfoto)
REUTERS

Peer Steinbrück (Archivfoto)


Mit seiner Kritik am Hype um Martin Schulz hat sich Peer Steinbrück bei so manchem Parteikollegen unbeliebt gemacht. "Ausgerechnet Steinbrück: zweimal angetreten und krachend verloren", twitterte etwa der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow. "Typen wie Clement und er haben die SPD entsozialisiert."

Auch Bülows Fraktionskollegin Ulli Nissen aus Frankfurt kritisierte Steinbrück heftig: "Peer Steinbrück - nie eine Wahl gewonnen und jetzt schlaue Sprüche loslassen - manchmal ist es besser, man hält die Klappe!"

Steinbrück hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Strategie der SPD für den Bundestagswahlkampf kritisiert. Laut dem ehemaligen Finanzminister und Kanzlerkandidaten sollten sich die Sozialdemokraten nicht allein auf das Thema Gerechtigkeit festlegen: "Die Konzentration auf die Gerechtigkeit reicht nicht, es muss etwas dazukommen, das Fortschritt, Zukunftsoptionen verdeutlicht."

Auf die Frage, was in der SPD beim Schulz-Hype schief gelaufen sei, antwortete Steinbrück, die 100 Prozent bei der Wahl von Martin Schulz zum Parteivorsitzenden im März seien "vergiftet" gewesen. "Die Partei saß plötzlich auf Wolke sieben, es hat sich ein Realitätsverlust eingestellt und das Publikum hat sich gewundert: Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?"

Seine Genossen seien "häufig zu verbiestert, wahnsinnig überzeugt von der eigenen Mission". Und: "Der Begriff der Heulsusen trifft gelegentlich den Gemütszustand der SPD. Nur wehe, Sie sprechen ihn aus."

asa



insgesamt 162 Beiträge
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avhn 27.05.2017
1. An Bülow: ja, sozialisiert euch.
Diese Gesellschaft ist nicht gerecht: dieses mit Tremolo vorgesülzte Bekenntnis, lässt SPD-Herzen ganz hoch schlagen. Berauscht Euch damit und verliert.
shardan 27.05.2017
2. Er mag ja...
.. nicht ganz unrecht haben, Kritik am Schulzenhype dürfte per se berechtigt sein.Allerdings bezweifle ich doch sehr, ob ein Steinbrück, der dem rechten Wirtschaftsflügel der CDU wohl näher stehen dürfte als der SPD, derjenige ist, der sie äußern sollte. Steinbrück ist einer derjenigen, die die SPD dezimiert und zum CDU-Kanzlerwahlverein gemacht haben. Ich wiederhole es: Solange diese angestaubte Garde, Leute wie Steinbrück, Schröder, usw, früher auch Müntefering und Clement, noch (Über-)Gewicht in der SPD haben, wird aus der zwingend notwendigen Runderneuerung der alten Tante nichts. Dann fährt sie irgendwann ins Grab und keiner wird ihr nachtrauern.
wo_st 27.05.2017
3.
SPD frisst sich selbst auf, wie schon so oft davor. Berechtigte Kritik gibt es gegen die SPD, aber intensivieren dieser Kritik ist Aufgabe (?) der eigenen Mitglieder.
see_baer 27.05.2017
4. Steinbrück
War das nicht der Typ, der nicht den Mum hatte , die Banken pleite gehen zu lassen? Es wäre eine schwierige Zeit gewesen, aber die Welt würde heute besser dastehen: Die Banker auf ihre natürliche Größe reduziert , dafür die Staaten weniger verschuldet.
akkronym 27.05.2017
5. Steinbrück will und wird nie verstehen
....Seine Genossen seien "häufig zu verbiestert, wahnsinnig überzeugt von der eigenen Mission". Und: "Der Begriff der Heulsusen trifft gelegentlich den Gemütszustand der SPD. Nur wehe, Sie sprechen ihn aus."... Der Steinbrück scheint zuhause keinen Spiegel zu haben. Auch hat er seine krachenden Wahlniederlagen immer noch nicht verstanden. Ohne die Gerechitgkeitsfrage, ohne Sozaildemokratische Gründsätze ist die SPD(?), na was wohl, ....NICHTS. Aber das notorische Großmaul Steinbrück will nicht, ums verrecken nicht, verstehen warum schon er krachend Wahlen verloren hat.--- qed, Steinbrück!--- Genossen wie Du, Steibrück, haben die SPD zerschossen und an die Wand gefahren.
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