Update - der SPON-Wahltrend SPD legt nicht weiter zu

Nach ihrem Aufwärtstrend bleibt die SPD in dieser Woche stabil, die Unionsparteien gewinnen leicht hinzu. Hier finden Sie die Ergebnisse der Umfrage von SPIEGEL ONLINE - und können erneut abstimmen.
Martin Schulz

Martin Schulz

Foto: Markus Scholz/ dpa

Ein Umfragesprung nach dem nächsten, Tausende neue Mitglieder - seit klar ist, dass Martin Schulz im Herbst gegen die Kanzlerin antritt, gibt es etwas, das die Sozialdemokraten lange nicht mehr hatten: Erfolgsmeldungen. Die Euphorie um den designierten Parteichef brachte jede Menge Metaphern hervor. Vom "Schulz-Zug" war etwa die Rede - unaufhörlich nach vorne.

Nun scheint der Aufwärtstrend der SPD vorerst gestoppt. Das zeigt der Wahltrend von SPIEGEL ONLINE. Zwar stabilisieren sich die Sozialdemokraten auf einem im Vergleich zu den vergangenen Jahren bemerkenswert hohen Wert, doch erstmals seit Januar können sie nicht mehr zulegen.

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 stimmen unsere Leser regelmäßig über ihre Parteipräferenz ab - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit repräsentativen Ergebnissen. Wir ordnen jede Woche ein, wer vorne liegt, wer verloren hat, und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Nach jeder Auswertung können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten (am Ende des Artikels).

In der vergangenen Woche haben wir gefragt: Welche Partei würden Sie wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

Noch Mitte Januar lag die SPD bei 20,4 Prozent, in unserer jüngsten Auswertung kommt die Partei auf 28,7 Prozent - das bleibt ein Wert, von dem die Sozialdemokraten jahrelang nur träumen konnten. Allerdings: Während sich die SPD unter Martin Schulz zuletzt von Umfrage zu Umfrage immer deutlich steigern konnte, bleibt sie diesmal leicht unter dem Wert der Vorwoche.

Die Union profitiert möglicherweise davon - sie steigert sich um einen Punkt auf 34,1 Prozent. Doch auch diese Veränderung liegt innerhalb der Fehlertoleranz und lässt deshalb kaum Rückschlüsse auf einen denkbaren Aufschwung von CDU und CSU zu.

Auch Grüne (7,9 Prozent), FDP (6,5 Prozent) und Linke (8,4 Prozent) bleiben nahezu unverändert. Die AfD setzt ihren Abwärtstrend fort und steht nun nur noch bei zehn Prozent - im Dezember war sie noch auf 13,4 Prozent gekommen.

2. SPD bleibt bei den Jungen vorn

In allen Altersgruppen liegt die Union vor der SPD - außer bei den Jungen. Auch diesmal stimmte die Mehrheit der 18- bis 29-Jährigen für die Sozialdemokraten, wenn auch weniger deutlich als vorige Woche. Die Union kann bei den Jungen zulegen, ansonsten gibt es nur geringe Veränderungen bei den Altersgruppen. Die AfD verliert durchgehend, erreicht bei den 40- bis 49-Jährigen ihren stärksten Wert.

3. Union hat Probleme in den Großstädten

Immer wieder gibt es in der Union die Diskussion, wie die Konservativen ihr traditionelles Wählerproblem in den großen Städten bewältigen können. Der SPON-Wahltrend zeigt: Tatsächlich haben CDU und CSU dort, wo die Bevölkerungsdichte am höchsten ist, die meisten Schwierigkeiten. Die Union landet in besonders eng bewohnten Großstadtquartieren nur bei 28,3 Prozent. Am besten schneidet sie in Gebieten mit niedriger Bevölkerungsdichte ab (36,9 Prozent).

Vergleichsweise konstant sind dagegen die Ergebnisse der SPD, während das Bild bei Grünen und Linken klar ist: Sie sind in Gegenden, wo die meisten Menschen auf engem Raum leben, mit 12,1 und 13,4 Prozent am erfolgreichsten. Dabei handelt es sich um Orte, an denen im Schnitt 5000 oder mehr Einwohner pro Quadratkilometer leben. Für die AfD sind diese Orte in der Regel dagegen eine Schwachstelle.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 18.2. bis 20.2.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 5011 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Bei der Befragung nach Altersgruppen und ihrer Parteipräferenz und bei den Angaben mit Bezug auf die Bevölkerungsdichte ist die statistische Fehlertoleranz größer, sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

Sie wollen selbst die Sonntagsfrage beantworten? Stimmen Sie hier ab:

Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik, und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über Entwicklungen und Veränderungen.

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