Bundestagswahl Schulz weicht Frage nach Kanzlerkandidatur aus

Wer wird für die SPD bei der Bundestagswahl 2017 antreten? Martin Schulz wird schon seit Längerem als potenzieller Kandidat gehandelt - der hält sich aber bedeckt.
Martin Schulz

Martin Schulz

Foto: Stephanie Lecocq/ dpa

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz lässt eine mögliche SPD-Kanzlerkandidatur offen. Die SPD werde dies zu gegebener Zeit entscheiden, sagte er am Abend in Berlin beim sogenannten Wirtschaftsgipfel der "Süddeutschen Zeitung".

Zuvor hatte Schulz Spekulationen zurückweisen lassen, er wolle nur dann Außenminister und Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier werden, wenn er zugleich die SPD-Kanzlerkandidatur übernehmen kann.

"Es gibt einen Fahrplan, und an den halten wir uns", sagte Schulz nun. Eine solche Entscheidung könne die SPD nicht zwischen Tür und Angel treffen. Auf die Frage, ob er EU-Parlamentspräsident in Brüssel bleiben wolle, sagte Schulz lediglich, er sei bis zum 17. Januar 2017 gewählter Parlamentspräsident. Eine Entscheidung darüber werde es zum gegebenen Zeitpunkt geben.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf SPD-Regierungskreise, Schulz wehre sich noch gegen einen Wechsel von Brüssel nach Berlin, ohne eine Zusage zu erhalten, auch Kanzlerkandidat zu werden. Auch ein Sprecher von Parteichef Sigmar Gabriel widersprach dieser Darstellung.

Schulz nannte Berichte "Stuss", wonach es in der SPD-Spitze Konflikte gebe: "Wir haben eine sehr, sehr gute Atmosphäre in der Führung der SPD." Es gehe darum, als Team die Leute davon zu überzeugen, dass die SPD das Land führen müsse: "Wir wollen dieses Land führen, und wir werden dieses Land führen."

Die Kanzlerfrage ist bei den Sozialdemokraten heikel. SPD-Chef Gabriel würde zwar gerne antreten, jedoch sinken seine Beliebtheitswerte. Schulz hingegen ist Umfragen zufolge der beliebtere von beiden, doch er ziert sich noch.

Auch der Koalitionspartner will sich in Sachen Kanzlerkandidatur noch nicht festlegen. Am Dienstag hatte CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen in einem CNN-Interview von einer vierten Amtszeit Angela Merkels gesprochen. Doch noch am Abend stellte die CDU-Zentrale klar, dass es bisher keinen klaren Stand gebe und Merkel sich zu gegebener Zeit zu einer erneuten Amtszeit äußern werde. Röttgen bezeichnete seine Äußerung daraufhin als "persönliche Einschätzung".

kry/dpa
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