Maskenpflicht Grüne für schärfere Kontrollen in Fernzügen

Die Bahn setzt bei der Maskenpflicht auf die Einsicht der Fahrgäste, konsequent durchgesetzt wird sie oft nicht. Das wollen die Grünen laut einem Bericht nun ändern.
Diese Maske sitzt: Zugbegleiter vor einem ICE der Deutschen Bahn in Stuttgart

Diese Maske sitzt: Zugbegleiter vor einem ICE der Deutschen Bahn in Stuttgart

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Sebastian Gollnow/ dpa

Durchgreifen, bitte: Die Grünen fordern im Kampf gegen das Coronavirus einem Bericht zufolge schärfere Regeln in den Fernzügen der Deutschen Bahn. So müsse die Bundespolizei kontrollieren, ob Fahrgäste eine Schutzmaske tragen und auch Bußgelder verhängen können, heißt es in einem Fünfpunkteplan der Grünen, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" zitiert .

"Notorische Maskenverweigerer" müsse die Polizei des Zuges verweisen dürfen. Das konsequente Tragen der Masken entscheide über die Eindämmung des Coronavirus und auch über die Akzeptanz des Verkehrsmittels Bahn, sagte Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen, der Zeitung.

Zudem müsse das Reservierungssystem der Bahn Sitzplätze "möglichst auf Abstand" zuteilen, heißt es in dem Plan. Für Risikogruppen, also zum Beispiel ältere Menschen mit Vorerkrankungen, sollten eigene Wagen vorgehalten werden, in denen ein ausreichend großer Abstand immer gewährleistet ist.

Die Bahn selbst hatte sich zuletzt gegen Bußgelder bei Verstößen ausgesprochen. "Überzeugung und Appell an die Verantwortung stehen vor der Bestrafung", sagte Konzernchef Richard Lutz Ende Juli. Man setze auf Einsicht und die Kommunikation der Zugbegleiter mit Maskenverweigerern. Wenn dies nicht wirke, hole die Bundespolizei im Fernverkehr uneinsichtige Fahrgäste am nächsten Bahnhof aus dem Zug. Das sei bislang aber nur sehr selten vorgekommen. Die Pflicht zum Tragen einer Maske in Zügen besteht in Deutschland seit Mai.

In den vergangenen Wochen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder merklich zugenommen, Politiker und Experten warnen vor einer zweiten Corona-Welle - oder sehen sie längst gekommen . Hintergrund sind Lockerungen zahlreicher Schutzmaßnahmen und das erhöhte Reiseaufkommen in der Urlaubszeit.

mes/AFP/dpa
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