Fotostrecke

"Lichtgrenze": Weiße Kugeln im Himmel über Berlin

Foto: Carsten Koall/ Getty Images

Reaktionen zum Mauerfall-Jubiläum Die Welt staunt über Berlins "Lichtgrenze"

"Ein strahlendes Symbol des Friedens und des Lichts": Die Kunstaktion zum 25. Jahrestag des Mauerfalls hat in der ganzen Welt für Aufsehen gesorgt. Nur die Berliner selbst haben mal wieder was zu meckern.

Berlin - Die Augen der Welt richteten sich an diesem Wochenende mal wieder nach Berlin. Die Stadt feierte den 25. Jahrestag des Mauerfalls und das Ausland schaute gespannt darauf, wie die Deutschen das Jubiläum begehen würden.

Berlin hat die Chance zur Eigenwerbung genutzt. Hunderttausende Besucher strömten in die einst geteilte Metropole. Besonders die "Lichtgrenze" zog viele Schaulustige an. Diese Kunstinstallation bestand aus etwa 8000 Ballons, die zwischen Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke den Verlauf der Berliner Mauer nachzeichneten. Am Sonntagabend wurden sie Stück für Stück in die Luft losgelassen, als symbolisches Zeichen für den Mauerfall vor 25 Jahren.

Die Aktion hat ein Bild geschaffen, das in Erinnerung bleibt. Ein Bild, das um die Welt geht. Fernsehsender, Onlinemedien und Zeitungen aus den USA über Israel bis Australien zeigen Bilder der strahlenden Leuchtkugeln. Das Ausland staunt darüber, mit welcher Leichtigkeit den Deutschen das Gedenken an den Mauerfall 1989 gelungen ist.

"Lichter und Feierlichkeiten dort, wo eine Mauer Berlin geteilt hatte", schreibt die "New York Times ". "Die Ballons sind ein strahlendes Symbol des Friedens und des Lichts und ein starker Kontrast gegenüber der Brutalität des grauen Betons", findet die "BBC ".

Im Video: Emotionale Momente bei der Lichtgrenze

SPIEGEL ONLINE

Dabei hatten die Initiatoren der "Lichtgrenze" mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen. Dutzende Kautschukballons waren kaputtgegangen, auch die Stelen, auf denen die Leuchtkugeln ruhten, wurden an mehreren Stellen mutwillig umgeknickt oder gestohlen. Sie seien "einfach verschwunden", sagte Gabriele Miketta, Pressesprecherin der Kulturprojekte Berlin.

In Mitte und Friedrichshain hatten Randalierer am Wochenende mehrere Ballons zerstört. Die Polizei nahm die neun mutmaßlichen Täter kurzzeitig fest. Die Beamten vermuteten politische Motive hinter der Tat. Deshalb hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.

Doch bis zum Sonntagabend hatten die Initiatoren der Installation die Lücken wieder aufgefüllt. Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn es nicht auch Grund zum Meckern gebe: Viele Besucher der "Lichtgrenze" zeigten sich hinterher etwas enttäuscht. Denn schon kurz nachdem die Ballons von den Stelen am Boden abhoben, waren sie auch schon verglüht.

Fotostrecke

Mauerfall-Ballons in Berlin: Eine Stadt strömt zum Licht

Foto: Lukas Schulze/ dpa
syd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.