Maul- und Klauenseuche Verseuchtes Schweinefleisch in Niedersachsen?

Der wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche gesperrte britische Schlachthof hat noch im Februar 132 Tonnen Schweinehälften nach Niedersachsen exportiert. In Nordrhein-Westfalen wurden derweil 2000 Tiere unter Quarantäne gestellt.


DPA

Hannover/Düsseldorf - Der für die Bekämpfung von Tierseuchen zuständige Referatsleiter des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Detlev Küttler, erklärte, das von den gelieferten Schweinehälften ausgehende Risiko sei minimal. Die Maul- und Klauenseuche sei beim Schlachten der Tiere sofort erkennbar. Zudem gehe von Fleisch eine geringere Übertragungsgefahr aus als von lebenden Tieren oder sogar Schuhen oder Bekleidung von Menschen, die mit infizierten Tieren in Kontakt gekommen seien. Dennoch werde auch der weitere Weg des aus Großbritannien gelieferten Fleisches nachverfolgt.

Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) sind in den vergangenen acht Wochen zudem mehr als 2800 Zucht- und Masttiere aus Großbritannien nach Niedersachsen gekommen. Alle Tiere würden untersucht: "Es gibt bisher keine Hinweise auf Auffälligkeiten."

In Nordrhein-Westfalen wurden alle in den vergangenen vier Wochen eingeführten Tiere unter Quarantäne gestellt. Insgesamt handelt es sich um 1354 Schweine und 718 Schafe. "Nach den ersten Untersuchungen an den Tieren liegt kein Verdachtsfall in NRW vor", teilte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Leo Bosten, am Freitag mit. Nach weiteren zehn Tagen sollen die Tiere ein weiteres Mal untersucht werden. Wie viele nordrhein-westfälische Betriebe betroffen sind, konnte das Ministerium nicht angeben.

Im westfälischen Landkreis Warendorf steht seit Freitag ein Aufzuchtbetrieb unter ständiger Beobachtung. Auf dem Hof stünden unter den mehreren hundert Schweine auch Tiere aus England, sagte ein Sprecher des Landkreises. Es handele sich jedoch um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Tiere kämen nicht aus den gefährdeten Gebieten auf der Insel. Bis auf weiteres dürften weder die lebenden Schweine noch ihr Fleisch ohne Genehmigung vom Hof gebracht werden.



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