Geplante Bundespräsidenten-Kandidatur für AfD CDU drängt Max Otte zum Verlassen der Partei

Die AfD nominiert Max Otte für die Bundespräsidenten-Kandidatur. Nun verlangt die CDU offiziell einen Abgang des WerteUnion-Chefs – der wehrt sich dagegen.
Max Otte

Max Otte

Foto: Hoffmann / imago images

Die CDU-Spitze hat den Vorsitzenden der erzkonservativen WerteUnion, Max Otte, nach dessen Nominierung für das Amt des Bundespräsidenten durch die AfD zum Verlassen der Partei aufgefordert. Wer so etwas als Christdemokrat überhaupt erwäge, »der verletzt die Werte der CDU und hat in unserer Partei nichts verloren«, sagte Noch-Generalsekretär Paul Ziemiak. »Wir fordern auch ganz ausdrücklich Herrn Dr. Otte auf, die CDU zu verlassen.«

Die CDU-Spitze setzte Otte ein Ultimatum bis 17.30 Uhr, um zu erklären, ob er die Nominierung annehme. Um 18 Uhr werde der Bundesvorstand über das weitere Verfahren beraten, kündigte der neue Generalsekretär Mario Czaja an, der aber noch nicht im Amt ist.

Otte nimmt AfD in Schutz

Otte wehrt sich gegen die Angriffe aus der CDU. »Das Amt des Bundespräsidenten entzieht sich dem Parteienstreit. Ich empfinde den Vorschlag der AfD als große Ehre«, sagte er dem SPIEGEL. »Ich sehe die AfD klar auf dem Boden des Grundgesetzes. Deswegen wäre ein CDU-Ausschlussverfahren gegen mich nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern auch unvereinbar mit den demokratischen Grundsätzen.« Otte sagte weiter: »Für meine Entscheidungsfindung spielen die Warnungen der CDU keine Rolle.«

Otte wird seit Jahren Nähe zur AfD nachgesagt. 2017 sagte er der »Wirtschaftswoche«, dass er bei der Bundestagswahl die AfD wähle. Bis Januar 2021 war Otte zudem Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Otte selbst sagt, dass er »felsenfest und bombenfest« CDU-Mitglied sei.

Die Aufstellung Ottes hat rein symbolischen Charakter: Die AfD kommt nur auf 152 von 1472 Sitzen in der Bundesversammlung am 13. Februar. Eine Chance gegen den amtierenden Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier, dessen Kandidatur von SPD, Grünen und FDP sowie der Union unterstützt wird, dürfte er damit nicht haben.

asa/als/gat/vme/AFP
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