Geplante Bundespräsidenten-Kandidatur für AfD Otte lässt Amt als Chef der WerteUnion ruhen

Der Noch-CDU-Politiker Max Otte zieht erste Konsequenzen aus seiner Kandidatur für die AfD bei der Wahl eines neuen Bundespräsidenten: Vom Posten als Chef der erzkonservativen WerteUnion zieht er sich vorerst zurück.
Max Otte

Max Otte

Foto: Bernd Elmenthaler / imago images/Bernd Elmenthaler

Max Otte lässt seinen Posten als Vorsitzender der WerteUnion ruhen. »Aus Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten und seiner Würde lasse ich mein Amt als Vorsitzender der WerteUnion sowie alle anderen parteipolitischen Aktivitäten bis nach der Wahl der Bundesversammlung« am 13. Februar ruhen, teilte er mit.

Die CDU-Spitze hatte dem 57-Jährigen am Dienstag als Konsequenz aus seiner Kandidatur für die AfD mit sofortiger Wirkung seine Mitgliedsrechte entzogen. Auch wurde ein Verfahren zum Ausschluss Ottes aus der Partei eingeleitet.

Otte teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, er habe die Entscheidung des CDU-Vorstands zur Kenntnis genommen. Seiner Noch-Partei unterbreitete er ein Angebot: »Sollte die CDU noch einen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten nominieren, der sich aktiv dafür einsetzt, die Spaltung des Landes zu überwinden, ziehe ich meine Kandidatur zurück.«

Die CDU hat sich jedoch entschieden, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, sondern bei der Bundesversammlung Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier zu unterstützen.

In der Zeit, in der er seine Amtsgeschäfte ruhen lasse, würden diese von den stellvertretenden Vorsitzenden der WerteUnion wahrgenommen, teilte Otte mit. Unmittelbar nach der Wahl des Bundespräsidenten werde der Vorstand des Vereins über das weitere Vorgehen beraten.

Otte wird seit Jahren Nähe zur AfD nachgesagt. 2017 sagte er der »Wirtschaftswoche«, dass er bei der Bundestagswahl die AfD wähle. Bis Januar 2021 war Otte zudem Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Chancen auf das Amt des Bundespräsidenten hat Otte praktisch nicht. Seine Aufstellung hat rein symbolischen Charakter: Die AfD kommt nur auf 152 von 1472 Sitzen in der Bundesversammlung. Steinmeiers Kandidatur wird außer von der Union auch von SPD, Grünen und FDP unterstützt

als/dpa