Chef der WerteUnion Otte nimmt Nominierung der AfD als Bundespräsidenten-Kandidat an

Max Otte kandidiert für die AfD für das Amt des Bundespräsidenten. Er nehme die Nominierung »gerne an«, sagte der Chef der WerteUnion dem SPIEGEL.
Max Otte (rechts) mit dem AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla

Max Otte (rechts) mit dem AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla

Foto: Florian Gaertner/photothek.de / imago images/photothek

»Ich nehme die Nominierung der AfD gerne an«: Max Otte, Chef der WerteUnion, wird für die AfD für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. Das sagte er dem SPIEGEL. Er empfinde den Vorschlag »als große Ehre.« Er sehe die AfD »klar auf dem Boden des Grundgesetzes«, sagte Otte weiter. Deshalb »wäre ein CDU-Ausschlussverfahren gegen mich nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern auch unvereinbar mit den demokratischen Grundsätzen«.


Otte ist CDU-Mitglied, weshalb ihm ein Parteiordnungsverfahren der Christdemokraten droht. »Das Amt des Bundespräsidenten entzieht sich dem Parteienstreit«, sagte er. »Für meine Entscheidungsfindung haben die Warnungen der CDU keine Rolle gespielt.« Gleichzeitig signalisierte Otte, es im Falle eines Parteiordnungsverfahrens darauf ankommen zu lassen. »Freiwillig werde ich aus der CDU nicht austreten«, sagte er.

In einer gemeinsamen Telefonkonferenz des Bundesvorstands mit den Landeschefs hatte sich am Montag in der AfD eine Mehrheit für Otte als Kandidat entschieden. Zuvor wurde nach Informationen des SPIEGEL intern heftig debattiert.

Die CDU-Spitze hatte Otte ein Ultimatum bis 17.30 Uhr gesetzt, um zu erklären, ob er die Nominierung annehme. Um 18 Uhr werde der Bundesvorstand über das weitere Verfahren beraten, kündigte der neue Generalsekretär Mario Czaja an, der aber noch nicht im Amt ist.

Otte wird seit Jahren Nähe zur AfD nachgesagt. 2017 sagte er der »Wirtschaftswoche«, dass er bei der Bundestagswahl die AfD wähle. Bis Januar 2021 war Otte zudem Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Otte selbst sagt, dass er »felsenfest und bombenfest« CDU-Mitglied sei.

Die Aufstellung Ottes hat rein symbolischen Charakter: Die AfD kommt nur auf 152 von 1472 Sitzen in der Bundesversammlung am 13. Februar. Eine Chance gegen den amtierenden Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier, dessen Kandidatur von SPD, Grünen und FDP sowie der Union unterstützt wird, dürfte er damit nicht haben.

als/flo/vme