Ermittlungen der Bundesanwaltschaft Russischer Physiker soll Max-Planck-Institut ausgeforscht haben

Ein russischer Wissenschaftler wird verdächtigt, dem Moskauer Auslandsgeheimdienst Forschungsinhalte aus Deutschland verraten zu haben. Die Bundesanwaltschaft hat nach Informationen des SPIEGEL Ermittlungen aufgenommen.

Wegen des Verdachts der "geheimdienstlichen Agententätigkeit" ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen einen 28-jährigen russischen Wissenschaftler: Ivan A. wird nach Informationen des SPIEGEL verdächtigt, dem russischen Auslandsgeheimdienst SWR vertrauliche Forschungsinhalte verraten zu haben.

Von 2009 bis 2011 forschte er jeweils für mehrere Monate am "Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts" im bayerischen Erlangen. Seine Spezialgebiete: Quantenoptik und Nanophotonik. Es handelt sich um Grundlagenforschung, die etwa bei der Entwicklung von ultraschnellen Quantencomputern eine Rolle spielt.

Ivan A. wurde im Juli vergangenen Jahres am Düsseldorfer Flughafen vorübergehend festgenommen und verhört. Zu diesem Zeitpunkt forschte A. an der Technischen Universität in Eindhoven. Er musste die Niederlande verlassen.

Auf die Spur des Forschers kam das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bei der Observation eines russischen Diplomaten, der am russischen Generalkonsulat in Bonn akkreditiert war. Einmal im Monat reiste der Mann, den das BfV als Offizier des Auslandsgeheimdienstes enttarnt hatte, nach Aachen. Dort traf er Ivan A. Der bestreitet gegenüber dem SPIEGEL die Vorwürfe.

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