Verteidigungsministerium Von der Leyen beruft Unternehmensberaterin als Staatssekretärin

Die Verteidigungsministerin verkündet eine umstrittene Personalie: Ursula von der Leyen besetzt einen der wichtigsten Posten in ihrem Ressort neu - mit einer McKinsey-Managerin.
Bundesverteidigungsministerin von der Leyen: Suders Berufung gilt als problematisch

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen: Suders Berufung gilt als problematisch

Foto: Felix Kästle/ dpa

Berlin - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen besetzt den wichtigsten Posten in ihrem Ministerium mit einer ehemaligen Unternehmensberaterin. Die McKinsey-Managerin Katrin Suder wechselt als Staatssekretärin für Rüstungsfragen ins Verteidigungsressort.

Das Bundeskabinett bestätigte die Neubesetzung des seit einem halben Jahr vakanten Postens zum 1. August, über die SPIEGEL ONLINE vorab bereits berichtet hatte. Die 42-jährige Physikerin und Literaturwissenschaftlerin erwarten in ihrer neuen Funktion große Herausforderungen: Sie muss die heftig umstrittene Bundeswehrreformdurchsetzen und zudem das Rüstungsgeschäft neu ordnen. Ihr Vorgänger Stéphane Beemelmans war im Februar wegen massiver Probleme bei wichtigen Rüstungsprojekten entlassen worden.

Die 42-jährige Suder ist eine Expertin bei strategischen Personalfragen. Sie leitete bisher bei McKinsey den Bereich Öffentlicher Sektor mit den Schwerpunkten Telekommunikation, Software und IT-Dienstleistungen.

Freundschaftliche Beziehung zu von der Leyen

Suder kennt sich gut aus in der Regierungsverwaltung. So schrieb sie in der Vergangenheit mehrere Studien über den drohenden Fachkräftemangel für Ministerien und die Verwaltung und trat bei Veranstaltungen schon mehrmals mit der damaligen Arbeitsministerin von der Leyen auf.

Ihre Berufung gilt im Ministerium trotz ihrer Fachkenntnis als problematisch, da die junge Beraterin eine fast freundschaftliche Beziehung zu von der Leyen unterhalten soll.

Vor der Bestätigung Suders als neue Staatssekretärin hatte es aus dem Apparat des Wehrressorts massive Störmanöver gegeben, um die Personalie noch in letzter Sekunde zu verhindern. So streuten Insider das Gerrücht, die Beraterin solle ein überdurchschnittliches Gehalt bekommen und zudem eine ganze Armada von McKinsey-Kollegen mitbringen. Von der Leyen wies diese Spekulationen erst kürzlich auf einer Personalversammlung zurück. Suder werde bezahlt wie jeder andere Kandidat auf dem Posten und bringe nur einen Vertrauten aus der Welt der Unternehmensberatung mit.

Gleichwohl war die Kampage gegen Suder der erste Fingerzeig, wie stark die Beharrungskräfte im verknöcherten Apparat des Ministeriums noch immer sind. Dort reagiert man auf Veränderungen oft allergisch bis aggressiv. Suder wird sich also wie die Ministerin auch auf erheblichen Gegenwind einstellen müssen.

mgb/kes/dpa