Medien Schröders Sprecher will Pressekrieg beenden

Noch heute Nachmittag wollen die Bundespressekonferenz und der Sprecher von Bundeskanzler Schröder, Bela Anda, ihren Streit beilegen. Die in Berlin akkreditierten Journalisten hatten ihm vorgeworfen, einzelne Medien bei Reisen von Schröder zu benachteiligen.


Bela Anda (li.) und Gerhard Schröder: Durch den Kakao gezogen
MARCO-URBAN.DE

Bela Anda (li.) und Gerhard Schröder: Durch den Kakao gezogen

Berlin - Der Vorstand der Bundespressekonferenz - die Vereinigung von rund 900 am Sitz der Bundesregierung in Berlin akkreditierten Journalisten - hatte Anda aufgefordert, "zur bewährten Praxis des freien Zugangs zu allen Informationsmöglichkeiten zurückzukehren". Die Jahresversammlung der Bundespressekonferenz billigte das Vorgehen ihres Vorstandes am Montagabend ausdrücklich.

Schröder will jedoch der "Bild"-Zeitung weiterhin keine Interviews geben. Dies geschehe getreu dem Sprichwort, wonach man den Kakao, durch den man gezogen wird, nicht auch noch trinken müsse, hatte Anda am Montag gesagt. Am Einladungsverfahren für Kanzlerreisen sei nichts geändert worden und solle auch nichts geändert werden. Es müsse bei den Einladungen eine Ausgewogenheit geben. Vom Sommer 1999 bis zum Januar 2004 seien Vertreter der "Bild"-Zeitung bei mindestens 25 Kanzlerreisen an Bord gewesen. Kein anderes Medium sei öfter mitgenommen worden.

Die Chefredaktionen von "Bild" und "Stern", "Tagesspiegel", "Financial Times Deutschland", "tageszeitung" und "Berliner Zeitung" hatten einen bösen Brief an Anda geschrieben. Darin hatten sie ihm am Freitag vorgeworfen, Korrespondenten von "Bild" und "Stern" den Mitflug bei den Reisen von Schröder in die USA und in die Türkei verweigert zu haben.



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