Medienfeindlichkeit "Verschlossene Auster" für Schily

Otto Schily soll am kommenden Samstag mit dem Preis "Verschlossene Auster" ausgezeichnet werden. Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche will ihn damit würdigen, weil sich der SPD-Innenminister den Medien gegenüber wie in einem Obrigkeitsstaat verhalte.


Innenminster Otto Schily (SPD)
DDP

Innenminster Otto Schily (SPD)

Berlin - Der Bundesinnenminister werde wegen seines restriktiven Umgangs mit den Medien, seiner häufigen Ablehnung von Interviewwünschen zu kritischen Themen und der Blockade des Gesetzes zur Informationsfreiheit geehrt. Wie das Netzwerk erklärte, will Schily den Preis persönlich entgegennehmen und auch auf die damit verbundene Kritik reagieren. Die Laudatio wird der ehemalige "Frontal"-Moderator Ulrich Kienzle halten.

Mit dem Preis, der erstmals vergeben wird, solle ein Umdenken der Politiker im Umgang mit den Medien erwirkt werden. Schilys Bereitschaft, sich der Kritik zu stellen, nannte die Vereinigung vorbildlich. Der Bundesinnenminister erhält die "Verschlossene Auster" als Kleinskulptur aus Kalkstein.

Netzwerk Recherche setzt sich für eine Stärkung der journalistischen Recherche ein. Gekämpft wurde in den vergangenen Monaten auch für das geplante Informationsfreiheits-Gesetz, mit dem Bürger Akteneinsicht bei Behörden erhalten sollen.



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