SPIEGEL-Umfrage Deutliche Mehrheit der Deutschen für eine Verlängerung des Shutdowns

Die Corona-Impfungen kommen nur schleppend voran, die Infektionszahlen sind weiter hoch. Eine SPIEGEL-Umfrage zeigt: Rund 70 Prozent der Deutschen sind dafür, den Shutdown zu verlängern.
Ein Schild in Leipzig weist auf die Maskenpflicht hin: Stimmen für eine Verlängerung des Shutdowns werden lauter

Ein Schild in Leipzig weist auf die Maskenpflicht hin: Stimmen für eine Verlängerung des Shutdowns werden lauter

Foto: Jan Woitas / dpa

Die Menschen in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie wohl mit Einschränkungen über den 10. Januar hinaus rechnen. Schon am Wochenende zeichnete sich ab, dass die bis dahin geltenden Maßnahmen vorerst bestehen bleiben werden.

Und vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel am Dienstag machen sich mehrere Länderchefs für eine Verlängerung um weitere drei Wochen bis Ende Januar stark – unter anderem wegen einer Virusmutation, von der erhöhte Ansteckungsgefahr ausgeht.

Eine aktuelle SPIEGEL-Umfrage zeigt nun: Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung befürwortet, den Shutdown über den 10. Januar hinaus aufrechtzuerhalten. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL gaben insgesamt 70 Prozent der Befragten an, eine solche Verlängerung »auf jeden Fall« oder »eher« zu befürworten. Nur knapp ein Viertel der Befragten ist demnach dagegen.

Besonders hoch ist die Zustimmung unter Wählern von Union, SPD und Grünen. Gut 80 Prozent von ihnen befürworten einen längeren Shutdown.

Unter Anhängern der AfD findet er dagegen am wenigsten Zustimmung – hier machen die Befürworter lediglich etwa 21 Prozent aus. Ansonsten sind diejenigen, die eine Verlängerung gut finden, nur noch bei FDP-Anhängern in der Minderheit.

Bei der Aufschlüsselung nach verschiedenen Altersgruppen zeigt sich, dass die Zustimmung zu einer Verlängerung bei den Menschen ab 50 am höchsten ist. Bei der Gruppe ab 65 Jahren sprechen sich sogar rund 80 Prozent dafür aus, die bestehenden Maßnahmen über den 10. Januar aufrechtzuerhalten.

Schlüsselt man die Umfrageergebnisse danach auf, wer in seinem Haushalt Kinder hat und wer nicht, zeigt sich: Menschen mit Kindern im Haushalt stehen einer Verlängerung kritischer gegenüber als Menschen, die ohne Kinder im Haushalt leben.

Die Umfrage macht zudem deutlich, dass die Frage nach einer Verlängerung der Maßnahmen polarisiert: Durch alle Altersgruppen und parteiübergreifend liegt der Anteil der Unentschiedenen bei unter zehn Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey  arbeitet mit einem mehrstufigen voll automatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt (»Riversampling«), es werden also nicht nur Nutzer des SPIEGEL befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ .

bmo
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