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SPIEGEL-Umfrage Mehrheit der FDP-Anhänger befürwortet konfrontativen Kurs in der Ampel

Nach der Pleite bei der Berlin-Wahl rumort es in der FDP: Wie sollen die Liberalen künftig in der Ampel auftreten? Ihre Wähler haben laut Umfrage eine Präferenz – die Gesamtbevölkerung sieht es anders.
FDP-Chef Christian Lindner: Kuschel- oder Konfrontationskurs?

FDP-Chef Christian Lindner: Kuschel- oder Konfrontationskurs?

Foto: Chris Emil Janßen / IMAGO

Schadet der FDP ihre Regierungsbeteiligung im Bund? Bei der Berliner Wahlwiederholung fuhr die FDP erneut deutliche Verluste ein. Die Partei bekam nur noch 4,6 Prozent der Stimmen. Es war die fünfte Landtagswahl in Folge, die seit Eintritt der FDP in die Ampel verloren ging.

Nun werden Stimmen in der Partei laut, die sich mehr Krawall wünschen. Parteivize Wolfgang Kubicki beklagte noch am Berliner Wahlabend, er fremdele »mit der Rolle der FDP in der Koalition«. Seine Partei müsse »begreifen«, dass sie in der Koalition »nichts geschenkt bekommt«.

Kubicki drohte den Grünen ungemütliche Zeiten an: »Wenn es keinen Straßenbau mehr geben soll, dann gibt es auch keine neuen Stromleitungen mehr.« Die »Zeit des Appeasements« sei vorbei. Andere in der Partei hingegen rieten zu Demut und Ruhe nach der Wahlniederlage.

Würden die Anhängerinnen und Anhänger der FDP eine Krawallstrategie goutieren?

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL zeigt: 69 Prozent der FDP-Wähler glauben »auf jeden Fall« oder »eher«, dass die Partei von einem konfrontativen Kurs gegenüber den Koalitionspartnern profitieren würde. Allerdings gilt es hier die hohe statistische Schwankungsbreite zu berücksichtigen (lesen Sie hier mehr zur Civey-Methodik).

Insgesamt denken hingegen nur 35 Prozent der Deutschen, dass die FDP von Konfrontation in der Regierung profitieren würde. 13 Prozent zeigen sich unentschieden, 52 Prozent glauben nicht an Krawall.

Tatsächlich spitzt sich just in diesen Tagen die Auseinandersetzung um die Schuldenbremse sowie den Haushalt 2024 zwischen FDP-Chef Christian Lindner als Finanzminister und Grünen-Wirtschaftsminister Robert Habeck zu. In der Ampelkoalition schwelt seit Langem ein Streit darüber, ob man die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse noch ein weiteres Mal aussetzt oder nicht.

Die FDP beharrt darauf, auch für das kommende Jahr. Grüne und SPD-Chefin Saskia Esken würden sie gern aussetzen. Lindner bleibt stur. Er will bei dem Thema um keinen Preis nachgeben.

muk