Wahl in Sachsen Merkel schließt Bündnis mit AfD aus

Es bleibt beim Nein der CDU zur eurokritischen AfD: Die Parteivorsitzende Angela Merkel hat kurz vor der Landtagswahl in Sachsen bekräftigt, dass eine Koalition nicht in Frage kommt.


Hamburg - Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen hat CDU-Chefin Angela Merkel ein Bündnis mit der eurokritischen AfD ausgeschlossen. Bei einer Veranstaltung des Magazins "Cicero" am Mittwochabend in Berlin verwies die Bundeskanzlerin auf die entsprechenden Beschlüsse ihrer Partei, wonach Koalitionen mit der Alternative für Deutschland (AfD) für die CDU "nicht in Frage" kommen.

Bereits am Dienstag hatte die Spitze der Bundes-CDU ihr Nein zur Zusammenarbeit mit der AfD bekräftigt. Die gelte für den Bund und die Länder, hatte Generalsekretär Peter Tauber gesagt und unter anderem auf die europapolitischen Vorstellungen sowie das "rückwärtsgewandte Gesellschaftsbild" der AfD verwiesen.

In Sachsen, wo am Sonntag gewählt wird, wird die AfD Umfragen zufolge erstmals in einen Landtag einziehen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat ein Bündnis mit der AfD bisher nicht eindeutig ausgeschlossen. Auch in Brandenburg und Thüringen, wo zwei Wochen später gewählt wird, kann sich die AfD Chancen auf den Einzug in die Landesparlamente ausrechnen.

In aktuellen Umfragen von ARD und ZDF kam die CDU zuletzt auf mehr als 39 Prozent, die Linke auf etwa 19, die SPD auf 14 und die Grünen auf sechs Prozent. Der bisherige Regierungspartner der CDU, die FDP, kommt nur noch auf knapp 3,5 Prozent. In den Landtag einziehen würde hingegen die AfD mit sieben Prozent. Auch die rechtsextreme NPD liegt bei fünf Prozent.


Für diese Wahl ist der Wahl-O-Mat nicht mehr verfügbar.

pad/dpa

insgesamt 60 Beiträge
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kappelc 27.08.2014
1. Muttis Partei
Was soll die AfD mit DIESER CDU? Die CDU passt mittlerweile eher zur SPD und zu den Grünen! Wahrscheinlich würde es der AfD überhaupt nicht gut tun mit dieser Partei zu paktieren. Nein die AfD soll schön die Finger von "Muttis Partei" lassen!
David67 27.08.2014
2. Ein Bündnis CDU - AfD wäre auch zur jetzigen Zeit nicht gut:
Schließlich hat die CDU durch die Zustimmung zu vielen Verträgsbrüchen (ESM; erst letzten Monat deutsches (!!!) Steuergeld zur Rettung einer portugiesischen Pleitebank eingesetzt) sich völlig diskredidiert- da wäre ein Bündnis dem AfD-Wähler jetzt kaum zu vermitteln. Die AfD hat gute Chancen zu einer kleinen Volkspartei zu werden und sollte erst weiter reifen und stärker werden. Allerdings sind Bündnisse in den Ländern eine gute Sache! Sachsen wäre ein guter Anfang dazu.
rainer82 27.08.2014
3. Gabriel sei dank,
denn ohne Gabriels massive Aufforderung an die CDU, sich eindeutig von jeder Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten zu distanzieren, haette die Union das Wahlvolk wohl weiter im Unklaren gehalten. Jetzt kann man erleichtert zur Kenntnis nehmen, dass keine der demokratischen Parteien mit den rechten Schmuddelkindern spielen will. Zum Glück!
bissig 27.08.2014
4. Wer's Angie glaubt, ...
Bei Landtagswahlen ist die Wahl des Koalitionspartners Sache der Parteien in den Ländern - nicht die des Bundes. Wenn Tillich will, dann soll und wird er mit der AfD eine Koalition eingehen. Es wird sein wie jedesmal: die Bundesebene gibt ein bischen die Richtung vor, und wenn's schief geht, dann ist es ja nur eine Landtagswahl gewesen. Wenn's gut geht, dann wird der Wählerwille der ganzen Republik mal wieder durch ein Bundesland repräsentiert - unabhängig von der Farbe des Parteibuchs
spon-facebook-10000394802 28.08.2014
5. Merkwürdig?
Merkel schließt ein Bündnis mit der AFD aus!? Hat sie jetzt auch die Regierungskompetenz in Sachsen übernommen? Ich hoffe, daß die Sachsen diese dinge selbst bestimmen!
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