Merkel in London Englischer Feueralarm und die portugiesischen Maurer

Nach einer knappen Dreiviertelstunde hatte der Feueralarm der "London School of Economics" ein Einsehen und beendete gestern Abend durch schrilles Dauerläuten abrupt die Rede der CDU-Vorsitzenden.
Von Adrian Schimpf

London - Die deutsche Oppositionsführerin Angela Merkel hatte sich zuvor vor den internationalen Studenten der Londoner Eliteuniversität durch ein 08/15-Redemanuskript gemüht, mit all seinen üblichen Gemeinplätzen, von Pisa (Bayern gut, Bremen mies) über die hohen Lohnnebenkosten als Standortnachteil (O-Ton Merkel: "Die deutschen Maurer können nicht 20 Prozent besser sein als die portugiesischen") bis hin zu den Vorschlägen der SPD zur Lockerung des Kündigungsschutzrechts (O-Ton Merkel: "Quatsch").

Das Publikum döste vor sich hin und hing leicht erschlafft in den Sitzen. Die Gedanken der Zuhörer mit deutschem Pass gingen ein wenig auf Reisen, drohten gerade ins Schwermütige abzugleiten: ("Damals unter Adenauer wären schon unsere Lehrlinge doppelt so gut gewesen wie die portugiesischen Maurer...aber heute gewinnen wir ja noch nicht einmal dann gegen Schottland, wenn die von Berti Vogts trainiert werden!") Just in diesem Moment errettete sie der schrille Feueralarm - ein harmloser Fehlalarm wie sich später herausstellte.

Angela Merkel wurde schnellstens vor einem möglichen Feuer in Sicherheit gebracht, und die Studenten, die wenigstens auf eine etwas spannendere Diskussion gehofft hatten, sahen nur noch die Rückleuchten der davon brausenden 7er BMW-Kalesche mit dem Kennzeichen 1GER.