Streit um Hilfspaket Merkel blockiert Schäubles Griechenland-Pläne

Keine weitere Finanzspritze: Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt nach Informationen des SPIEGEL das Vorhaben von Finanzminister Schäuble ab, dem Krisenstaat Griechenland neue Hilfen in Aussicht zu stellen. Sie befürchtet Nachteile bei der Europawahl im Mai.
Schäuble und Merkel: Uneinigkeit über Griechenland-Hilfe

Schäuble und Merkel: Uneinigkeit über Griechenland-Hilfe

Foto: Jan-Philipp Strobel/ picture alliance / dpa

Zwischen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble gibt es erneut Spannungen über den Kurs in der Europapolitik. Die Bundeskanzlerin hat Pläne ihres Finanzministers gestoppt, Griechenland vor der Europawahl im Mai ein neues Hilfspaket in Aussicht zu stellen. Das Kanzleramt teilte der Regierung in Athen mit, dass sie nicht mit einem entsprechenden Signal rechnen könne.

Merkel fürchtet, dass die Euro-kritische Partei Alternative für Deutschland bei der Europawahl am 25. Mai von einer Diskussion um neue Griechenland-Hilfen profitieren würde. Schäuble wollte den Griechen dagegen ein Zeichen der Solidarität senden und deutlich machen, dass sie nach der Wahl auf weitere Unterstützung zählen können.

Er sieht die Gefahr, dass ohne die Aussicht auf weitere Hilfen radikale Parteien in Griechenland bei der Wahl großen Zulauf bekommen könnten. In diesem Fall halten viele Beobachter ein Ende der Regierung aus Konservativen und Sozialisten für wahrscheinlich. Dies könnte, so die Sorge Schäubles, die Euro-Krise neu entfachen.

Zwischen Merkel und Schäuble hatte es bereits zu Beginn der Euro-Krise schwere Meinungsverschiedenheiten über die richtige Strategie gegeben. Während Schäuble sich für eine europäische Lösung einsetzte, bestand die Kanzlerin auf der Einbeziehung des Internationalen Währungsfonds (IWF).